Web plus Seminar
Das Wort ist eine Verschmelzung aus „Web“ und „Seminar“. Gemeint ist eine Veranstaltung mit klarer Rollenverteilung: Vorne steht – virtuell – eine Referentin oder ein Referent, das Publikum sitzt an den eigenen Bildschirmen. Anders als in einer Videokonferenz sind die Teilnehmenden in der Regel nicht im Bild und haben kein offenes Mikrofon.
Webinare werden für sehr unterschiedliche Zwecke genutzt: als Schulung für Kund:innen oder Mitarbeitende, als Fachvortrag eines Verbands, als Produktvorstellung oder im Marketing, um Interessierte mit einem nützlichen Thema anzusprechen und dabei Kontakte zu gewinnen.
Technisch laufen Webinare entweder über eigene Webinar-Plattformen oder über einen Webinar-Modus der bekannten Meeting-Programme. Typisch sind eine vorgeschaltete Anmeldung mit Bestätigungsmail, eine Teilnehmerliste für den Veranstalter, ein getrennter Bereich für Fragen und die Möglichkeit, einzelnen Teilnehmenden kurzzeitig das Mikrofon freizugeben.
Rollen in einem Webinar
Auch kleine Webinare laufen besser, wenn die Aufgaben verteilt sind:
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Veranstalter:in / Host | richtet das Webinar ein, kümmert sich um Anmeldung, Technik und Einlass |
| Referent:in | hält den Vortrag, zeigt Folien oder Software per Bildschirmfreigabe |
| Moderation | führt durch den Ablauf, sammelt Fragen aus dem Chat und stellt sie der Referentin |
| Teilnehmende | hören zu, stellen Fragen schriftlich, beteiligen sich an Umfragen |
Bei kleinen Webinaren übernimmt eine Person Host und Vortrag zugleich. Spätestens ab einigen Dutzend Teilnehmenden lohnt sich eine zweite Person, die nur den Chat betreut – sonst gehen Fragen unter, während die Referentin spricht.
Formate: live, aufgezeichnet, on demand
Das klassische Webinar findet live zu einem festen Termin statt; die Fragerunde am Ende ist oft der wertvollste Teil. Viele Veranstalter zeichnen es auf und stellen die Aufnahme danach on demand bereit – für alle, die zum Termin keine Zeit hatten.
Davon zu unterscheiden sind automatisierte Webinare, bei denen eine Aufzeichnung zu festen Zeiten abgespielt wird, als liefe sie live, sowie der Webcast, eine reine Übertragung ohne Interaktion. Großveranstaltungen, die ein Unternehmen intern streamt – etwa ein All-Hands –, nutzen oft dieselbe Technik, gelten aber nicht als Webinar.
Interaktion und Aufzeichnung
Ein Webinar wird lebendig durch gezielte Beteiligung: eine Umfrage zum Einstieg („Wie nutzt ihr das Thema heute?“), Fragen im Chat, die zwischendurch aufgegriffen werden, und bei Schulungen kurze Übungen, für die manche Plattformen auch Breakout-Sessions anbieten.
Wird aufgezeichnet, sollten die Teilnehmenden das vorher wissen – spätestens in der Anmeldebestätigung und noch einmal zu Beginn. Wer Fragen stellt, deren Name und Stimme später in der Aufnahme landen könnten, verdient diesen Hinweis besonders. Eine Untertitelung der Aufzeichnung macht sie zudem für mehr Menschen nutzbar.
Die Kanzlei Huber & Berger lädt Mandant:innen zu einem 45-minütigen Webinar über Änderungen bei der Arbeitnehmerveranlagung ein. Anmeldung über die Website, Link per Mail.
Steuerberaterin Huber hält den Vortrag mit Folien, Kollege Berger betreut den Chat. Zu Beginn eine Umfrage: Wer ist selbstständig, wer angestellt? Danach 30 Minuten Vortrag und 15 Minuten Fragen.
Die Aufzeichnung geht am nächsten Tag an alle Angemeldeten. Fragen, die nicht mehr drankamen, beantwortet die Kanzlei schriftlich.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.