Lexikon · Transkription & Audio

Was sind Untertitel?

Kurz erklärt

Untertitel sind Texteinblendungen im unteren Bildbereich eines Videos, die das Gesprochene zeitgleich wiedergeben. Untertitel für Hörgeschädigte beschreiben zusätzlich Geräusche, Musik und wer gerade spricht.

Auch genannt: Subtitles (engl.) · Captions (engl., v. a. für Hörgeschädigte) · UT

Die wichtigsten Arten

Untertitel lassen sich nach zwei Merkmalen unterscheiden: ob man sie ausschalten kann, und für wen sie gemacht sind.

ArtWas es bedeutet
Offene Untertitelfest ins Bild eingebrannt, immer sichtbar – typisch bei Social-Media-Videos
Geschlossene (zuschaltbare) Untertiteleigene Textspur oder Datei, im Player ein- und ausschaltbar
Untertitel in derselben Sprachegeben den Originalton schriftlich wieder, etwa für ruhige Umgebungen oder zum Mitlesen
Übersetzungsuntertitelübertragen den Originalton in eine andere Sprache
Untertitel für Hörgeschädigtezusätzlich Geräusche, Musik, Tonfall und Sprecherkennzeichnung

Untertitel sind kein Transkript

Ein Transkript will vollständig sein, Untertitel wollen lesbar sein. Wer schnell spricht, sagt in drei Sekunden oft mehr, als man in drei Sekunden bequem lesen kann – während man gleichzeitig das Bild ansieht. Professionelle Untertitel kürzen deshalb behutsam: Füllwörter, Wiederholungen und Nebensächliches fallen weg, der Sinn bleibt.

Dazu kommt die Zeit: Jede Untertitelzeile hat einen Einblendezeitpunkt und eine Standdauer, die zu Bild und Ton passen müssen. Aus einem Transkript werden Untertitel erst, wenn der Text in kurze Einheiten geteilt und jeder Einheit eine Ein- und Ausblendzeit zugeordnet wird. Dafür braucht es präzise Zeitstempel, am besten auf Wortebene.

Was gute Untertitel ausmacht

Fernsehsender und Streamingdienste haben eigene Richtlinien mit genauen Zeichen- und Zeitgrenzen. Ein paar Grundsätze gelten fast überall:

  • Höchstens zwei Zeilen gleichzeitig, damit der Blick nicht zu lange vom Bild weg muss
  • Sinnvoll umbrechen: Artikel und Nomen, Vorname und Nachname bleiben in einer Zeile
  • Lange genug stehen lassen, dass man den Text in Ruhe lesen kann – aber nicht über einen Szenenwechsel hinaus
  • Sprecherwechsel kennzeichnen, etwa mit Gedankenstrich, Namen oder Farbe
  • Geräusche benennen, wenn sie für das Verständnis wichtig sind: (Telefon klingelt), (Applaus)

Ein häufiger Fehler bei selbst erstellten Untertiteln ist der umgekehrte Weg: Der ganze gesprochene Text wird ungekürzt in Zeilen gepresst, die Einblendungen wechseln im Sekundentakt. Formal ist dann alles drin, lesen kann es trotzdem niemand. Gerade bei Erklärvideos und Schulungen lohnt es sich, den Text vorher zu straffen.

Wie Untertitel heute entstehen

Früher wurden Untertitel vollständig von Hand getippt und getimt. Heute liefert meist Spracherkennung einen ersten Entwurf mit Wortzeiten, ein Mensch korrigiert, kürzt und setzt die Umbrüche. Videoplattformen und Konferenzprogramme bieten auch automatische Live-Untertitel an. Die sind eine große Hilfe, enthalten aber naturgemäß mehr Fehler als nachbearbeitete Untertitel.

Gespeichert werden zuschaltbare Untertitel in eigenen Dateiformaten. Am verbreitetsten ist die SRT-Datei, daneben WebVTT für Webvideos und XML-basierte Formate im Rundfunk. Untertitel sind auch ein wichtiger Baustein der Barrierefreiheit: Für gehörlose und schwerhörige Menschen sind sie oft der einzige Zugang zum Inhalt. Und sie helfen allen anderen auch: in der Bahn ohne Kopfhörer, im Großraumbüro oder wenn jemand mit starkem Akzent spricht.

Beispiel
Vom gesprochenen Satz zum Untertitel

Gesprochen (ca. 4 Sekunden): „Also, ähm, wir haben das ja eigentlich schon im letzten Jahr ein paar Mal probiert, aber damals hat halt die Technik noch nicht mitgespielt.“

Untertitel, Zeile 1: Wir haben das letztes Jahr schon probiert,

Untertitel, Zeile 2: aber die Technik hat nicht mitgespielt.

Der Inhalt bleibt, der Text ist in der verfügbaren Zeit lesbar.

Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Subtitles und Captions?

Im Englischen meinen Subtitles meist den gesprochenen Text, oft als Übersetzung. Captions richten sich an Hörgeschädigte und beschreiben zusätzlich Geräusche und Sprecher.

Wie viele Zeilen darf ein Untertitel haben?

Üblich sind höchstens zwei Zeilen gleichzeitig. Genaue Zeichenzahlen pro Zeile legen Sender und Plattformen in ihren eigenen Richtlinien fest.

Kann ich aus einem Transkript Untertitel machen?

Ja, wenn das Transkript genaue Zeitangaben hat. Der Text muss dann in kurze Einheiten geteilt, oft gekürzt und als Untertiteldatei, etwa SRT, gespeichert werden.

Was sind eingebrannte Untertitel?

Untertitel, die fest ins Videobild gerechnet sind. Sie sind immer sichtbar und lassen sich nicht ausschalten oder nachträglich korrigieren, ohne das Video neu zu exportieren.

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