Herkunft und Bedeutung
Der Ausdruck kommt aus dem Französischen und heißt wörtlich „fester Tag“. Früher meinte man damit etwa den festen Wochentag, an dem eine Gastgeberin in ihrem Salon Gäste empfing. Im Deutschen ist er in Unternehmen, Verwaltung und auf Baustellen hängengeblieben – geschrieben wird er meist „Jour fixe“, ausgesprochen [schuːr fiks].
Kern ist nicht das Thema, sondern der Rhythmus: Der Termin steht, bevor es etwas zu besprechen gibt. Typische Paare und Runden sind Geschäftsführung und Assistenz, Projektleitung und Auftraggeber, Bauleitung und Planer oder eine Abteilungsleitung mit ihren Teamleitungen. Der Abstand ist meist eine oder zwei Wochen.
Wofür ein Jour fixe gut ist
Ein fester Termin bündelt, was sonst als Strom einzelner Mails, Anrufe und „Hast du kurz Zeit?“-Fragen durch die Woche läuft. Das bringt drei Vorteile:
- Sammelstelle: Nicht dringende Fragen werden bis zum Jour fixe gesammelt, statt sofort zu unterbrechen.
- Verlässlichkeit: Alle wissen, wann das nächste Gespräch kommt – Zusagen lassen sich daran festmachen („bis zum nächsten Jour fixe“).
- Kontinuität: Offene Punkte werden Woche für Woche weitergeführt, bis sie erledigt sind.
Der häufigste Nachteil: Ein Jour fixe läuft weiter, auch wenn es nichts zu besprechen gibt. Eine kurze Absage („Diese Woche nichts Offenes, wir sehen uns am 14.“) ist besser als eine Stunde Pflichtprogramm.
Jour fixe, Weekly und One-on-One
Die drei Formate werden oft verwechselt, weil sie alle regelmäßig stattfinden. Sie haben aber einen anderen Zweck:
| Jour fixe | Weekly | One-on-One | |
|---|---|---|---|
| Teilnehmende | feste kleine Runde, oft zwei Personen, auch über Firmengrenzen | das ganze Team | Führungskraft und eine Person |
| Inhalt | laufende Sachthemen, Entscheidungen, offene Punkte | Wochenstand, Prioritäten, Abhängigkeiten | Zusammenarbeit, Entwicklung, Anliegen der Person |
| Wer bestimmt die Themen | beide Seiten | meist die Teamleitung | vor allem die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter |
Mehr zu den beiden anderen Formaten unter Weekly und One-on-One.
Ein Jour fixe, der nicht versandet
Weil der Termin von selbst wiederkommt, fehlt oft die Vorbereitung. Bewährt hat sich eine gemeinsame, laufende Themenliste, auf die beide Seiten während der Woche schreiben. Der Jour fixe beginnt dann mit den offenen Punkten vom letzten Mal und arbeitet die neuen der Reihe nach ab.
Das Protokoll darf kurz sein, sollte aber jedes Mal geschrieben werden: Beschlüsse, Aufgaben mit Namen und Termin, und was in die nächste Runde wandert. Weil sich ein Jour fixe über Monate zieht, ist es sinnvoll, alle Protokolle an einem Ort zu sammeln – so lässt sich später nachvollziehen, wann etwas entschieden wurde. Praktische Tipps stehen im Ratgeber Jour fixe effizient gestalten.
Bauleiterin Anna Hofer und Architekt Thomas Leitner treffen sich jeden Donnerstag um 8 Uhr für 30 Minuten per Video.
Offen vom letzten Mal: Detailplan Stiegenhaus – geliefert, erledigt.
Neu: Fensterlieferung verzögert sich um zwei Wochen. Ergebnis: Leitner prüft bis Dienstag, ob der Innenausbau im Erdgeschoss vorgezogen werden kann.
Nächster Jour fixe: Rückmeldung zum Bauzeitplan, Freigabe Fliesenmuster.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.