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Stakeholder-Analyse: Vorlage, bevor Widerstand überrascht.

Projekte scheitern selten an der Technik, oft aber an Menschen, die zu spät gefragt wurden. Die Stakeholder-Analyse sammelt alle, die betroffen sind oder mitreden können, schätzt Einfluss und Haltung ein und legt fest, wie du mit jeder Gruppe umgehst.

Stakeholder-Analyse
STAKEHOLDER-ANALYSE

PROJEKT
Projekt: …
Erstellt von: … · Stand: …
Vertraulich: nur für … (enthält persönliche Einschätzungen)

1. STAKEHOLDER SAMMELN
Wer entscheidet? …
Wer zahlt? …
Wer arbeitet danach anders? …
Wer liefert zu oder muss mitmachen? …
Wer kann das Projekt aufhalten? …

2. EINSCHÄTZEN
Stakeholder – Einfluss (hoch/mittel/niedrig) – Betroffenheit (hoch/mittel/niedrig) – Haltung (dafür/neutral/skeptisch/dagegen) – Erwartungen und Sorgen
… – … – … – … – …
… – … – … – … – …

3. EINORDNEN (Einfluss × Betroffenheit)
Hoher Einfluss, hohe Betroffenheit → eng einbinden: …
Hoher Einfluss, geringe Betroffenheit → zufriedenstellen: …
Geringer Einfluss, hohe Betroffenheit → gut informieren: …
Geringer Einfluss, geringe Betroffenheit → im Blick behalten: …

4. MASSNAHMEN
Stakeholder – Maßnahme – wer – wann
… – … – … – …

5. NÄCHSTE ÜBERPRÜFUNG
Am: … oder bei: …
Wann du sie brauchst
  • Zu Beginn eines Projekts, spätestens vor dem Kickoff
  • Bei Veränderungen, die den Arbeitsalltag vieler Menschen betreffen
  • Wenn ein Projekt auf Widerstand stößt und du verstehen willst, warum
  • Vor jeder Phase, in der neue Gruppen ins Spiel kommen
Lieber gar nicht mehr tippen?

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Ausgefülltes Beispiel

Ein Pflegeheim führt digitale Dienstplanung ein.

Erfundenes Beispiel: Der Dienstplan wird bisher in einer Tabelle gebaut und ausgedruckt. Die Heimleitung will eine Software – und weiß, dass Dienstpläne ein empfindliches Thema sind.

Stakeholder-Analyse · Digitale Dienstplanung · Haus Sonnhang
Projekt

Erstellt von Katharina Pils (Projektleitung) am 6. November · vertraulich, nur Projektleitung und Heimleitung

Eng einbinden

Pflegedienstleitung (Brigitte Haas): hoher Einfluss, sehr betroffen, skeptisch – fürchtet, dass Diensttausch komplizierter wird. → Sitzt im Projektteam, testet als Erste.

Betriebsrat: hoher Einfluss, Betroffenheit hoch, neutral – will wissen, welche Daten über Mitarbeitende gespeichert werden. → Gespräch vor der Anbieterauswahl, Unterlagen zur Datenverarbeitung vorlegen.

Zufriedenstellen

Heimleitung (Wolfgang Strobl): entscheidet, dafür, erwartet weniger Überstunden durch bessere Planung. → Monatlicher Kurzbericht.

Lohnverrechnung (extern): will die Stunden ohne Abtippen übernehmen. → Exportformat vor Vertragsabschluss klären.

Gut informieren

Pflegekräfte, besonders im Nachtdienst: geringer Einfluss auf die Entscheidung, sehr betroffen, gemischt – Sorge, dass ohne Smartphone niemand den Plan sieht. → Infoabend zu zwei Uhrzeiten, Plan weiterhin auch ausgedruckt im Stationszimmer.

Im Blick behalten

IT-Dienstleister: richtet Zugänge ein. → Einbinden, sobald der Anbieter feststeht.

Maßnahmen

Katharina Pils vereinbart einen Termin mit dem Betriebsrat – bis 14. November.

Brigitte Haas sammelt die fünf häufigsten Tauschwünsche als Testfälle – bis 20. November.

Nächste Überprüfung: nach der Anbieterauswahl.

Tipps

Damit die Analyse mehr ist als eine Namensliste.

Gruppen aufteilen„Die Mitarbeitenden“ ist keine Gruppe mit einer Meinung. Nachtdienst, Teilzeitkräfte und Stationsleitungen haben oft ganz unterschiedliche Sorgen.
Sorgen ernst nehmenSkepsis ist eine Information. Wer genau aufschreibt, wovor jemand Angst hat, kann darauf eingehen – statt nur „Widerstand“ zu notieren.
Vertraulich behandelnEinschätzungen wie „skeptisch“ oder „blockiert“ über einzelne Personen gehören nicht in einen geteilten Ordner. Leg fest, wer die Analyse sehen darf.
Direkt fragenDie beste Einschätzung ist keine Vermutung. Ein kurzes Gespräch mit den wichtigsten Stakeholdern bringt mehr als jede Matrix – Fragen dafür findest du im Ratgeber.
Maßnahme statt EtikettJede Zeile endet mit etwas, das jemand tut: ein Gespräch, eine Einladung, ein Bericht. Sonst bleibt es bei der Einordnung.
Regelmäßig nachsehenHaltungen ändern sich, neue Gruppen tauchen auf. Ein Blick bei jedem Meilenstein reicht meist.
Typische Fehler
  • Nur die Entscheider aufgelistet, die Betroffenen vergessen
  • Ganze Belegschaft als eine Gruppe behandelt
  • Persönliche Einschätzungen offen im Projektordner
  • Einordnung ohne konkrete Maßnahme
  • Einmal erstellt und nie wieder angesehen

Die Hinweise auf dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung. Was für dich gilt, regeln Gesetz, Statuten bzw. Satzung oder Vertrag im Einzelfall.

Häufige Fragen
Was ist ein Stakeholder?

Jede Person oder Gruppe, die von einem Projekt betroffen ist oder Einfluss darauf hat – intern wie extern. Dazu gehören Auftraggeber, Nutzer:innen, Lieferanten, Betriebsrat oder Behörden.

Was ist eine Stakeholder-Matrix?

Eine Einordnung in vier Felder, meist nach Einfluss und Interesse oder Betroffenheit. Daraus ergibt sich, wen du eng einbindest, wen du zufriedenstellst, wen du informierst und wen du nur im Blick behältst.

Wie unterscheidet sich die Stakeholder-Analyse von der RACI-Matrix?

Die Stakeholder-Analyse fragt, wer betroffen ist und wie er zum Projekt steht. Die RACI-Matrix legt fest, wer bei welcher Aufgabe was tut. Erst die Analyse, dann die Verteilung.

Muss der Betriebsrat bei neuer Software eingebunden werden?

Das kann je nach Software und Land so sein, etwa wenn Daten über Mitarbeitende verarbeitet werden. Früh einbinden ist in jedem Fall klug; die Rechtslage klärt der Ratgeber zu KI-Tools und Betriebsrat am Beispiel von KI-Tools.

Protokoll schreiben?
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