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Projektauftrag: Vorlage, die klärt, wer was entscheiden darf.

Der Projektauftrag ist die schriftliche Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Projektleitung: was erreicht werden soll, bis wann, mit welchem Geld – und wo die Befugnisse der Projektleitung enden. Erst mit beiden Unterschriften ist das Projekt offiziell gestartet.

Projektauftrag
PROJEKTAUFTRAG

PROJEKT
Projektname / Nr.: …
Auftraggeber: …
Projektleitung: …
Version / Datum: …

AUSGANGSLAGE UND ANLASS
Was ist heute das Problem? …
Was passiert, wenn wir nichts tun? …

PROJEKTZIELE (messbar)
Sachziel: …
Terminziel: …
Kostenziel: …
Woran erkennen wir den Erfolg? …

NICHT-ZIELE
- …
- …

UMFANG
Liefergegenstände: …
Nicht im Umfang: …
Betroffene Bereiche / Standorte: …

TERMINE
Projektstart: …
Meilenstein: … – bis …
Meilenstein: … – bis …
Projektende: …

BUDGET UND RESSOURCEN
Externe Kosten: … €
Interner Aufwand: … Personentage
Wer stellt wie viel Zeit zur Verfügung? …

PROJEKTORGANISATION
Auftraggeber: …
Lenkungsausschuss: …
Projektleitung: …
Kernteam: …
Ansprechpersonen im Fachbereich: …

BEFUGNISSE DER PROJEKTLEITUNG
Entscheidet selbst: …
Braucht Freigabe bei: Budgetabweichung über … % / Terminverschiebung über … Wochen / Änderung des Umfangs

RAHMENBEDINGUNGEN, ANNAHMEN, RISIKEN
- Wir gehen davon aus, dass …
- Größtes Risiko: …

BERICHTSWESEN
Statusbericht an: … · Rhythmus: …

FREIGABE
Ort, Datum: …
Auftraggeber: ____________________
Projektleitung: ____________________
Wann du sie brauchst
  • Bevor ein internes Projekt Budget und Personal bekommt
  • Wenn die Geschäftsführung ein Vorhaben an eine Projektleitung übergibt
  • Bei Projekten über mehrere Abteilungen, in denen sonst jeder etwas anderes erwartet
  • Als Grundlage für spätere Änderungsanträge und den Projektabschluss
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Ausgefülltes Beispiel

Ein internes Digitalisierungsprojekt, auf zwei Seiten beauftragt.

Erfunden: Eine Spedition mit rund 80 Mitarbeitenden will Eingangsrechnungen nicht mehr auf Papier durchs Haus tragen. Die Buchhaltungsleiterin übernimmt die Projektleitung.

Projektauftrag · Digitaler Rechnungseingang · Spedition Haider GmbH · Version 1.0
Projekt

Auftraggeber: Stefan Haider (Geschäftsführung) · Projektleitung: Anna Moser (Leitung Buchhaltung)

Beauftragt am 27. Oktober

Ausgangslage

Eingangsrechnungen kommen per Post und E-Mail, werden ausgedruckt und liegen für die Freigabe tagelang in Fächern der Disposition. Skonto geht regelmäßig verloren, Rückfragen der Steuerberatung kosten Zeit.

Ziele

Sachziel: Alle Eingangsrechnungen werden digital erfasst, freigegeben und revisionssicher archiviert.

Terminziel: Echtbetrieb ab 1. April.

Kostenziel: höchstens 38.000 € extern.

Erfolg: Freigabe innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Eingang, Skontofristen werden eingehalten.

Nicht-Ziele und Umfang

Dazu gehören: Softwareauswahl, Freigabe-Workflow für Disposition und Werkstatt, Schulung, Übernahme der offenen Rechnungen.

Nicht dazu: Ausgangsrechnungen, Reisekostenabrechnung, Umstellung der Lohnverrechnung.

Termine

Softwareauswahl – bis 15. Dezember · Pilot mit der Werkstatt – Februar · Echtbetrieb – 1. April · Projektende – 30. April

Budget und Ressourcen

38.000 € extern (Software, Einrichtung, Schulung) · 60 Personentage intern

Buchhaltung stellt zwei Personen je einen Tag pro Woche frei, die Disposition einen Key-User.

Organisation und Befugnisse

Lenkungsausschuss: Stefan Haider, Andrea Lehner (Finanzen), Anna Moser

Anna Moser entscheidet Einzelausgaben bis 2.000 € und alles Fachliche zum Workflow selbst.

Freigabe durch den Lenkungsausschuss bei mehr als 10 % Budgetabweichung, mehr als drei Wochen Verzug oder Änderung des Umfangs.

Annahmen und Risiken

Annahme: Die Steuerberatung kann auf das digitale Archiv zugreifen und braucht keine Papierbelege mehr.

Risiko: Die Disposition gibt in der Hauptsaison nichts frei → Vertretungsregel im Workflow von Anfang an.

Berichtswesen und Freigabe

Statusbericht monatlich an den Lenkungsausschuss, jeweils am ersten Montag.

Unterschrieben am 27. Oktober von Stefan Haider und Anna Moser.

Tipps

Damit der Auftrag im Streitfall trägt.

Befugnisse ausdrücklich nennenDer wichtigste Block ist der unscheinbarste: Was darf die Projektleitung allein entscheiden? Fehlt er, landet jede Kleinigkeit beim Chef – oder wichtige Dinge werden nebenbei entschieden.
Sach-, Termin- und Kostenziel trennenDrei getrennte Ziele zeigen, was im Konflikt Vorrang hat. Ist der Termin fix, weil ein Vertrag ausläuft, gehört genau das in den Auftrag.
Nicht-Ziele sind kein Beiwerk„Ausgangsrechnungen gehören nicht dazu“ verhindert, dass das Projekt still wächst. Jede Zeile hier spart später eine Diskussion.
Zwei Seiten reichenEin Projektauftrag ist kein Konzept. Details zu Anforderungen oder Plänen stehen in eigenen Dokumenten, auf die du verweist.
Versionen statt ÜberschreibenÄndert sich Umfang, Budget oder Termin, wird der Auftrag über einen Change Request angepasst und bekommt eine neue Versionsnummer.
Unterschrift einholenAuch intern: Erst die Unterschrift des Auftraggebers macht aus einer Idee ein Projekt, für das Leute freigestellt werden müssen.
Typische Fehler
  • Ziele wie „Prozesse verbessern“ ohne Messgröße
  • Kein Wort dazu, wer Mitarbeitende fürs Projekt freistellt
  • Budget nur extern gerechnet, interne Personentage vergessen
  • Projektleitung ohne festgelegte Befugnisse
  • Auftrag wird nach Projektstart nie wieder angesehen

Diese Vorlage dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfe sie vor der Verwendung auf deinen Einzelfall.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Projektauftrag und Projektsteckbrief?

Der Projektauftrag ist verbindlich und wird unterschrieben, er regelt Ziele, Budget und Befugnisse. Der Projektsteckbrief ist eine einseitige Kurzinfo, die über das Projekt informiert. In manchen Firmen wird beides vermischt – entscheidend ist, dass es ein unterschriebenes Dokument gibt.

Wer schreibt den Projektauftrag?

Meist entwirft ihn die künftige Projektleitung, weil sie die Details kennt. Verantwortet und freigegeben wird er vom Auftraggeber.

Ist ein Projektauftrag dasselbe wie ein Lastenheft?

Nein. Das Lastenheft beschreibt die Anforderungen an das Ergebnis, oft sehr ausführlich. Der Projektauftrag regelt den Rahmen: Ziele, Termine, Budget, Organisation.

Braucht man in agilen Projekten einen Projektauftrag?

Den Rahmen braucht es trotzdem: Budget, Zeitraum, wer entscheidet. Der Umfang wird dann bewusst offener formuliert, etwa als Produktziel, und im Backlog laufend konkretisiert.

Protokoll schreiben?
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