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Rückkehrgespräch: Vorlage für einen guten Wiedereinstieg.

Ein gutes Rückkehrgespräch ist ein Willkommen, kein Verhör. Die Vorlage hilft beim Wiedereinstieg nach Krankenstand, Karenz bzw. Elternzeit oder Sabbatical – und lässt bewusst keinen Platz für Diagnosen oder Fragen nach der Gesundheit.

Rückkehrgespräch
RÜCKKEHRGESPRÄCH

RAHMENDATEN
Mitarbeiter:in: …
Funktion / Team: …
Führungskraft: …
Abwesend von … bis … · Art: [ ] Krankenstand / Arbeitsunfähigkeit [ ] Karenz / Elternzeit [ ] Sonstiges: …
Datum des Gesprächs: …
Weitere Teilnehmende (nur auf Wunsch der Mitarbeiterin / des Mitarbeiters): …

WILLKOMMEN UND NEUIGKEITEN
Was sich im Team geändert hat (Personen, Zuständigkeiten): …
Neue Abläufe, Systeme, Regeln: …
Wichtige Kund:innen- oder Projektentwicklungen: …

AUFGABEN
Was die Vertretung erledigt hat: …
Was zurückkommt, und ab wann: …
Was vorerst bei der Vertretung bleibt: …

WÜNSCHE UND UNTERSTÜTZUNG
Was die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter für den Einstieg braucht: …
Arbeitszeit, Arbeitsort, schrittweiser Einstieg (nur, was die Person selbst anspricht): …
Schulungen oder Einweisungen: …

VEREINBARUNGEN
[ ] Aufgabe – wer – bis wann
[ ] Aufgabe – wer – bis wann
Kurzes Nachgespräch am: …

NICHT FRAGEN, NICHT NOTIEREN
Diagnosen, Krankheitsursachen, Behandlungen, Medikamente, Befunde, Fragen nach Schwangerschaft oder Familienplanung.
Erzählt die Person freiwillig etwas davon: zuhören, aber nicht aufschreiben.
Notiert werden nur Vereinbarungen zur Arbeit.
Wann du sie brauchst
  • Rückkehr nach einem längeren Krankenstand bzw. einer längeren Arbeitsunfähigkeit
  • Wiedereinstieg nach Karenz bzw. Elternzeit
  • Rückkehr nach Sabbatical, Bildungsauszeit oder längerem Auslandseinsatz
  • Rückkehr nach einer Reha, wenn die Person ein Gespräch wünscht
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Ausgefülltes Beispiel

Was zählt, ist der Wiedereinstieg.

Erfundenes Beispiel aus einer Hausverwaltung in Österreich. Die Mitarbeiterin war sieben Wochen im Krankenstand. Im Protokoll steht kein Wort über die Erkrankung – nur, wie die Arbeit wieder anläuft.

Rückkehrgespräch · Martina Pichler, Objektbetreuung
Rahmendaten

Hausverwaltung Berger · Führungskraft: Thomas Berger · abwesend 18. August bis 3. Oktober · Gespräch am 6. Oktober, erster Arbeitstag

Neuigkeiten

Neue Kollegin Sandra Leitner in der Buchhaltung seit September.

Schadensmeldungen laufen jetzt über das neue Ticket-Postfach statt per Telefon.

Wohnanlage Feldgasse: Fassadensanierung beschlossen, Start im Frühjahr.

Aufgaben

Vertretung Lukas Hofer hat die Eigentümerversammlung Lindenweg abgehalten, Protokoll liegt im Objektordner.

Zurück an Martina ab sofort: alle sieben Objekte außer Feldgasse.

Feldgasse bleibt bis Ende November bei Lukas Hofer, dann Übergabe.

Wünsche und Unterstützung

Martina möchte in den ersten zwei Wochen keine Abendtermine übernehmen.

Martina fragt nach Wiedereingliederungsteilzeit – Thomas Berger klärt die Voraussetzungen und meldet sich.

Vereinbarungen

Lukas Hofer übernimmt Abendtermine bis 17. Oktober.

Thomas Berger schickt Infos zur Wiedereingliederungsteilzeit und einen Terminvorschlag bis 8. Oktober.

Sandra Leitner zeigt Martina das Ticket-Postfach – heute Nachmittag.

Nachgespräch: 20. Oktober, 15 Minuten.

Tipps

Willkommen heißen, nicht ausfragen.

Gesundheit ist PrivatsacheIn Österreich wie in Deutschland müssen Arbeitnehmer:innen dem Arbeitgeber in der Regel keine Diagnose nennen. Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten nach Art. 9 DSGVO – stell keine Fragen dazu und schreib nichts davon auf.
Kein Druck-GesprächRückkehrgespräche, die vor allem die Fehlzeiten thematisieren, erzeugen Misstrauen statt Vertrauen. Sprich über die Arbeit, die vor der Person liegt, nicht über die Zeit, die sie gefehlt hat.
Mit Betriebsrat abstimmenWerden Rückkehrgespräche nach Krankheit als festes Verfahren eingeführt, kann das mitbestimmungspflichtig sein – in Deutschland nach der Rechtsprechung des BAG etwa nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG, in Österreich je nach Ausgestaltung über eine Betriebsvereinbarung. Klär das vorher.
BEM ist ein eigenes Verfahren (DE)Ist jemand in Deutschland innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig, muss der Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Das ist freiwillig für die betroffene Person, hat eigene Regeln zu Datenschutz und Beteiligten und ersetzt kein Rückkehrgespräch – und umgekehrt.
Wiedereingliederung kennen (AT)Nach mindestens sechs Wochen durchgehendem Krankenstand kann in Österreich eine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbart werden (§ 13a AVRAG) – freiwillig für beide Seiten, schriftlich und mit Bewilligung der Krankenversicherung. Wenn die Person danach fragt, weißt du, wo es Infos gibt.
Dabei sein darf, wen die Person willBiete an, dass ein Betriebsratsmitglied oder eine Vertrauensperson dabei ist. Eine Aufnahme ist in diesem Gespräch fehl am Platz – handschriftliche Notizen zu den Vereinbarungen reichen.
Typische Fehler
  • Fragen wie „Was hatten Sie denn?“ oder „Ist das jetzt ausgestanden?“
  • Gesundheitliche Andeutungen der Person im Protokoll festgehalten
  • Das Gespräch dreht sich um Fehltage statt um den Wiedereinstieg
  • Niemand hat geklärt, welche Aufgaben bei der Vertretung bleiben
  • Rückkehr nach Karenz ohne Info über Änderungen im Team und in den Abläufen

Die Hinweise auf dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung. Was für dich gilt, regeln Gesetz, Statuten bzw. Satzung oder Vertrag im Einzelfall.

Häufige Fragen
Muss ich im Rückkehrgespräch sagen, was ich hatte?

In der Regel nein. Arbeitnehmer:innen müssen dem Arbeitgeber in Österreich und Deutschland grundsätzlich keine Diagnose nennen; es gibt Sonderfälle, etwa bei ansteckenden Krankheiten. Das ist keine Rechtsberatung.

Ist ein Rückkehrgespräch Pflicht?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es dafür nicht. Gibt es eine Betriebsvereinbarung zu Rückkehrgesprächen, regelt sie Ablauf und Teilnahme. Das betriebliche Eingliederungsmanagement in Deutschland ist für Beschäftigte freiwillig.

Was gehört ins Protokoll eines Rückkehrgesprächs?

Nur, was die Arbeit betrifft: Neuigkeiten, Aufgabenverteilung, vereinbarte Unterstützung und Termine. Keine Diagnosen, keine Vermutungen, keine Einschätzungen zur Gesundheit.

Wer sollte das Rückkehrgespräch führen?

Meist die direkte Führungskraft, weil es um Aufgaben und Team geht. Wünscht die Person einen anderen Rahmen oder eine Begleitperson, sollte das möglich sein.

Protokoll schreiben?
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