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Mitarbeitergespräch: Protokoll-Vorlage für beide Seiten.

Ein gutes Protokoll vom Mitarbeitergespräch gehört beiden: der Führungskraft und der Person, um die es geht. Die Vorlage hält fest, was vereinbart wurde – nicht, wer wie gewirkt hat.

Mitarbeitergespräch
MITARBEITERGESPRÄCH

RAHMENDATEN
Mitarbeiter:in: …
Funktion / Team: …
Führungskraft: …
Datum: …
Rückblick auf den Zeitraum: …

RÜCKBLICK
Ziele aus dem letzten Gespräch: … → erreicht / teilweise / nicht erreicht
Was gut lief – Sicht Mitarbeiter:in: …
Was gut lief – Sicht Führungskraft: …
Was schwierig war: …

ZUSAMMENARBEIT UND RAHMENBEDINGUNGEN
Zusammenarbeit im Team: …
Was die Führungskraft anders machen kann: …
Arbeitsmittel, Arbeitszeit, Belastung: …

ZIELE FÜR DEN NÄCHSTEN ZEITRAUM
1. … – messbar an: … – bis: …
2. … – messbar an: … – bis: …

ENTWICKLUNG
Stärken, die ausgebaut werden: …
Weiterbildung / Schulung: …
Perspektive (Aufgaben, Rolle): …

VEREINBARUNGEN
[ ] Aufgabe – wer – bis wann
[ ] Aufgabe – wer – bis wann

ANMERKUNGEN DER MITARBEITERIN / DES MITARBEITERS
…

ABSCHLUSS
Protokoll gelesen und erhalten – Mitarbeiter:in: … / Führungskraft: …
Nächstes Gespräch: …
Vertraulich. Ablage und Zugriff nach interner Regelung bzw. Betriebsvereinbarung.
Wann du sie brauchst
  • Jährliches Mitarbeiter- oder Entwicklungsgespräch
  • Zielvereinbarung für das kommende Jahr
  • Gespräch zum Ende der Probezeit
  • Nach einem Rollenwechsel oder einer neuen Teamzuordnung
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Ausgefülltes Beispiel

Konkret statt wertend.

Erfundenes Beispiel aus einer Steuerberatungskanzlei. Beachte: Es stehen Beobachtungen und Vereinbarungen drin, keine Urteile über die Person.

Mitarbeitergespräch · Anna Leitner, Bilanzbuchhaltung
Rahmendaten

Kanzlei Pichler · Führungskraft: Michael Pichler · 6. Oktober · Rückblick: Oktober bis September

Rückblick

Ziel „zwölf Jahresabschlüsse selbstständig“ → erreicht, es wurden 14.

Schwierig: März und April mit vielen Überstunden, weil drei Abschlüsse gleichzeitig fällig waren.

Zusammenarbeit

Wunsch an die Führungskraft: Rückfragen von Mandant:innen früher weitergeben, nicht erst kurz vor der Frist.

Ziele

Personalverrechnung bzw. Lohnabrechnung für drei kleinere Mandant:innen übernehmen – bis Juni.

Vereinbarungen

Michael Pichler verteilt die Abschlussfristen im Frühjahr auf zwei Personen – bis Ende Jänner.

Anna Leitner sucht einen passenden Lehrgang Personalverrechnung aus, die Kanzlei übernimmt die Kosten – bis 15. November.

Anmerkungen

Wünscht sich einen fixen Homeoffice-Tag – wird in der nächsten Teambesprechung geklärt.

Tipps

So bleibt das Gespräch fair – auch auf Papier.

Einverständnis zuerstAufgenommen oder automatisch mitgeschrieben wird nur, wenn beide ausdrücklich zustimmen – ein Nein ist völlig in Ordnung. Ob und wie solche Tools im Betrieb eingesetzt werden dürfen, kann mitbestimmungspflichtig sein (AT: § 96/§ 96a ArbVG, DE: § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
Mitarbeiter:in beginntLass beim Rückblick zuerst die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter erzählen. Sonst passt sich die Selbsteinschätzung deiner an.
Beobachtung statt UrteilNicht „unzuverlässig“, sondern „drei Abgaben nach der vereinbarten Frist“. Konkrete Beobachtungen kann man besprechen, Etiketten nicht.
Aufgaben für beideWenn nur die Mitarbeiterin Aufgaben bekommt, war es kein Gespräch, sondern eine Anweisung. Notier auch, was du als Führungskraft zusagst.
Gehalt getrennt besprechenViele Betriebe trennen Entwicklungsgespräch und Gehaltsgespräch. So wird über Entwicklung offener gesprochen.
Gemeinsam abschließenSchick das Protokoll innerhalb weniger Tage, gib Raum für Anmerkungen und lass den Erhalt bestätigen. Was nicht beide so sehen, steht als Anmerkung drin.
Typische Fehler
  • Bewertungen der Persönlichkeit statt konkretem Verhalten
  • Ziele ohne Messgröße und ohne Termin
  • Das Protokoll schreibt nur die Führungskraft, die Mitarbeiterin sieht es nie
  • Aufnahme ohne ausdrückliches Einverständnis
  • Zusagen der Führungskraft fehlen im Protokoll

Die Hinweise auf dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung. Was für dich gilt, regeln Gesetz, Statuten bzw. Satzung oder Vertrag im Einzelfall.

Häufige Fragen
Muss das Protokoll vom Mitarbeitergespräch unterschrieben werden?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es dafür in der Regel nicht. Viele Unternehmen lassen den Erhalt bestätigen und geben Raum für eigene Anmerkungen – maßgeblich sind interne Regeln oder eine Betriebsvereinbarung.

Darf man ein Mitarbeitergespräch aufnehmen?

Nur mit ausdrücklichem Einverständnis beider Seiten; heimliche Aufnahmen können in Österreich (§ 120 StGB) und Deutschland (§ 201 StGB) strafbar sein. Gibt es einen Betriebsrat, kläre den Einsatz solcher Tools vorher – mehr im Ratgeber zu KI-Tools und Betriebsrat. Das ist keine Rechtsberatung.

Wo wird das Protokoll aufbewahrt?

Meist in der Personalakte, mit eingeschränktem Zugriff. Es enthält personenbezogene Daten, also nur so lange aufbewahren, wie es tatsächlich gebraucht wird.

Wie lange dauert ein Mitarbeitergespräch?

Für ein Jahresgespräch sind 60 bis 90 Minuten üblich. Plan danach Zeit ein, um das Protokoll gleich fertigzuschreiben.

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