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Beiratssitzung: Protokoll-Vorlage für das Board-Meeting.

Ein Beirat berät – und darf manchmal auch zustimmen oder ablehnen. Genau diesen Unterschied muss das Protokoll sauber zeigen: Was war eine Empfehlung an die Geschäftsführung, und was war ein Beschluss, den der Gesellschaftsvertrag dem Beirat zuweist?

Protokoll Beiratssitzung
PROTOKOLL BEIRATSSITZUNG

RAHMENDATEN
Gesellschaft: …
Sitzung Nr., Datum, Ort bzw. Videocall: …
Einladung vom: … – Unterlagen versandt am: …
Vorsitz: …
Protokoll: …

TEILNEHMENDE
Beiratsmitglieder: …
Geschäftsführung: …
Gäste (ohne Stimmrecht): …
Entschuldigt: …

FORMALIA
Ordnungsgemäß geladen: [ ] ja
Beschlussfähig laut Gesellschaftsvertrag bzw. Beiratsordnung: [ ] ja
Protokoll der letzten Sitzung genehmigt: [ ] ja  [ ] mit Änderungen: …
Interessenkonflikte angezeigt: …

OFFENE PUNKTE AUS DER LETZTEN SITZUNG
Punkt – zuständig – Stand

BERICHT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG
Kennzahlen im Vergleich zum Plan: …
Wichtige Entwicklungen, Risiken: …
Fragen des Beirats und Antworten: …

BERATUNG
TOP …: Thema – wesentliche Argumente – Empfehlung des Beirats an die Geschäftsführung

BESCHLÜSSE (FALLS VORGESEHEN)
TOP …: Antrag (Wortlaut): „…“
Abstimmung: dafür … – dagegen … – Enthaltung … – Ergebnis: …
Grundlage (z. B. Zustimmungsvorbehalt laut Gesellschaftsvertrag): …

AUFGABEN
[ ] Aufgabe – wer – bis wann

NÄCHSTE SITZUNG
…

ABSCHLUSS
Vertraulich. Unterschrift Vorsitz: … – Protokoll: …
Wann du sie brauchst
  • Regelmäßige Sitzung des Beirats einer GmbH oder eines Familienunternehmens
  • Board-Meeting eines Start-ups mit Investor:innen und externen Beiräten
  • Beiratssitzung einer Stiftung oder Organisation
  • Außerordentliche Sitzung vor einer großen Investition oder Finanzierung
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Ausgefülltes Beispiel

Familienunternehmen mit externem Beirat.

Erfundenes Beispiel: Eine Bäckerei-GmbH mit drei Filialen hat einen Beirat aus zwei externen Mitgliedern und einer Gesellschafterin. Eine Investition ist laut Gesellschaftsvertrag zustimmungspflichtig, alles andere ist Beratung.

Beiratssitzung Nr. 11 · Bäckerei Fuchs GmbH
Rahmendaten

8. Oktober, 16:00–18:30, Büro Hauptgeschäft · Einladung und Unterlagen am 24. September · Vorsitz: Dr. Elisabeth Haas · Protokoll: Thomas Fuchs (Geschäftsführer)

Teilnehmende und Formalia

Beirat: Dr. Elisabeth Haas, Werner Stadler, Gertrude Fuchs (Gesellschafterin) · Geschäftsführung: Thomas Fuchs

Ordnungsgemäß geladen, beschlussfähig. Protokoll Nr. 10 genehmigt. Werner Stadler zeigt an, dass sein Sohn bei einem der Ofenanbieter arbeitet.

Bericht der Geschäftsführung

Umsatz Jänner bis September 3 % über Plan, Rohstoffkosten 6 % über Plan. Filiale Bahnhofstraße schreibt seit Juli schwarze Zahlen.

Frage Dr. Haas zur Personalsituation: zwei offene Stellen in der Backstube, eine Bäckerlehrstelle besetzt.

Beratung

TOP 4 – Preise ab Jänner: Der Beirat empfiehlt, Brot um durchschnittlich 4 % anzuheben und Kleingebäck unverändert zu lassen, um die Stammkundschaft am Morgen zu halten. Entscheidung trifft die Geschäftsführung.

Beschluss

TOP 5 – Antrag: „Der Beirat stimmt der Anschaffung eines Etagenofens um bis zu 240.000 € netto zu.“

Abstimmung: 2 dafür, 0 dagegen, Werner Stadler nimmt wegen des angezeigten Interessenkonflikts nicht teil – angenommen. Grundlage: Zustimmungsvorbehalt für Investitionen über 100.000 € laut Gesellschaftsvertrag.

Aufgaben

Thomas Fuchs holt ein drittes Ofenangebot ein und legt die Finanzierung fest – bis 15. November.

Dr. Elisabeth Haas stellt den Kontakt zu einer Personalberatung her – bis 22. Oktober.

Nächste Sitzung

14. Jänner, 16:00 – Schwerpunkt: Jahresplanung und Personal

Tipps

So bleibt der Beirat wirksam.

Rolle klärenOb der Beirat nur berät oder auch zustimmen muss, regeln Gesellschaftsvertrag und Beiratsordnung. Schreib im Protokoll bei jedem Punkt dazu, ob es eine Empfehlung oder ein Beschluss ist.
Unterlagen eine Woche vorherEin Beirat, der Zahlen erst in der Sitzung sieht, kann nur nicken. Mit einer Woche Vorlauf wird aus dem Bericht eine echte Diskussion.
Interessenkonflikte festhaltenWer befangen ist, sagt es zu Beginn – und das Protokoll vermerkt, ob die Person an Beratung und Abstimmung teilgenommen hat.
Bericht kurz, Beratung langKennzahlen gehören in die Unterlagen, die Sitzungszeit in die Fragen, bei denen der Beirat wirklich weiterhilft.
Offene Punkte zuerstBeginn jede Sitzung mit dem Stand der Aufgaben aus der letzten. So wird sichtbar, ob die Empfehlungen des Beirats auch umgesetzt werden.
Online-Sitzungen mitschreiben lassenTagt der Beirat per Teams oder Zoom, kann noteit mitschreiben, wenn alle einverstanden sind. Beschlüsse im Wortlaut und Stimmen liest du danach gegen – das Protokoll unterschreibt trotzdem der Vorsitz.
Typische Fehler
  • Empfehlungen und Beschlüsse nicht unterschieden
  • Beschlussfähigkeit und Ladung nicht dokumentiert
  • Interessenkonflikte nur mündlich erwähnt
  • Antrag nicht im Wortlaut, Abstimmung ohne Zahlen
  • Keine Nachverfolgung, was aus den Empfehlungen geworden ist

Die Hinweise auf dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung. Was für dich gilt, regeln Gesetz, Statuten bzw. Satzung oder Vertrag im Einzelfall.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Beirat und Aufsichtsrat?

Der Aufsichtsrat ist gesetzlich geregelt und in bestimmten Fällen Pflicht. Ein Beirat ist in der Regel freiwillig; welche Rechte er hat, ergibt sich aus Gesellschaftsvertrag und Beiratsordnung. Bekommt ein Beirat weitreichende Überwachungsaufgaben, können je nach Land Regeln für Aufsichtsräte relevant werden – das sollte rechtlich geprüft werden.

Muss das Protokoll der Beiratssitzung unterschrieben werden?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es für freiwillige Beiräte meist nicht; maßgeblich ist die Beiratsordnung. Üblich ist die Unterschrift des Vorsitzes und die Genehmigung in der nächsten Sitzung.

Was ist ein Board-Meeting?

So nennen vor allem Start-ups die Sitzungen ihres Beirats bzw. Boards, oft mit Investor:innen. Inhaltlich gleicht es einer Beiratssitzung: Bericht der Geschäftsführung, Beratung, eventuell Zustimmungen.

Wie oft tagt ein Beirat?

Häufig drei- bis viermal im Jahr, bei Start-ups oft öfter. Die Beiratsordnung legt meist eine Mindestzahl fest.

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