Kostenlose Vorlage · zum Kopieren

Bedarfsanalyse: Vorlage, aus der sich das Angebot fast selbst schreibt.

Eine Bedarfsanalyse hält fest, was der Kunde heute hat, woran es hakt und was eine Lösung unbedingt können muss. Die Vorlage trennt Muss von Wunsch – genau die Unterscheidung, an der Angebote sonst zu teuer oder zu dünn werden.

Bedarfsanalyse
BEDARFSANALYSE

KUNDE UND TERMIN
Firma, Branche, Größe: …
Gesprächspartner:innen / Funktion: …
Datum, Art des Termins: …
Von unserer Seite: …

IST-ZUSTAND
Wie läuft es heute (Ablauf, Werkzeuge, Personen)? …
Zahlen, die den Umfang zeigen (Mengen, Standorte, Nutzer:innen): …

PROBLEME UND AUSLÖSER
Was kostet heute Zeit, Geld oder Nerven? …
Konkreter letzter Fall: …
Warum gerade jetzt? …

ZIELE
Was soll in 6–12 Monaten anders sein? …
Woran merkt der Kunde, dass es funktioniert? …

ANFORDERUNGEN
MUSS (sonst kein Auftrag): …
SOLL (wichtig, aber verhandelbar): …
KANN (schön zu haben): …
AUSDRÜCKLICH NICHT gewünscht: …

RAHMEN
Budget / Budgetrahmen: …
Zeitplan, Starttermin, Fristen: …
Technik, Schnittstellen, Vorgaben: …

ENTSCHEIDUNG
Wer entscheidet, wer redet mit? …
Nach welchen Kriterien wird verglichen? …
Andere Anbieter im Gespräch: …

UNSERE EINSCHÄTZUNG
Passt unser Angebot? [ ] ja [ ] teilweise [ ] nein – weil: …
Offene Fragen vor dem Angebot: …

NÄCHSTE SCHRITTE
[ ] … – wer – bis wann
[ ] Angebot bis …
Wann du sie brauchst
  • Zweiter Termin nach dem Erstgespräch, bevor ein Angebot entsteht
  • Erklärungsbedürftige Produkte wie Software, Anlagen oder Maschinen
  • Dienstleistungen, die auf den Kunden zugeschnitten werden
  • Ausschreibungen und Anfragen mit vielen Beteiligten auf Kundenseite
Lieber gar nicht mehr tippen?

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Ausgefülltes Beispiel

Drei Filialen, eine Stempeluhr aus Papier.

Erfunden: Ein Anbieter von Zeiterfassungssystemen analysiert den Bedarf einer Bäckerei mit drei Filialen, die ihre Stundenlisten bisher auf Papier führt.

Bedarfsanalyse · Bäckerei Moser · Zeiterfassung
Kunde und Termin

Bäckerei Moser, Backstube und drei Filialen, 34 Mitarbeitende, davon 12 Teilzeit

Claudia Moser (Geschäftsführung), Robert Lang (Backstubenleiter) · 14. Oktober, 60 Minuten vor Ort · von uns: Stefan Kraus

Ist-Zustand

Stundenzettel auf Papier je Filiale, Frau Moser tippt sie am Monatsende in Excel und schickt sie ans Lohnbüro.

Backstube beginnt um 2 Uhr, Filialen um 6 Uhr – Nachtzuschläge werden händisch berechnet.

Probleme und Auslöser

Monatsabschluss kostet sie rund zwei Abende.

Letzter Fall: Im September fehlten zwei Zettel aus der Filiale am Stadtplatz, eine Mitarbeiterin bekam Stunden zu wenig ausbezahlt.

Jetzt, weil im Frühjahr eine vierte Filiale dazukommt.

Ziele

Stunden laufend sehen statt erst am Monatsende. Gut ist es, wenn das Lohnbüro eine fertige Datei bekommt und Frau Moser nichts mehr abtippt.

Anforderungen

MUSS: Stempeln mit Chip in jeder Filiale, Nachtzuschläge automatisch, Export fürs Lohnbüro.

SOLL: Urlaubsanträge im selben System.

KANN: Dienstplan für die Filialen.

NICHT gewünscht: Stempeln am privaten Handy der Mitarbeitenden.

Rahmen

Budget: einmalig bis ca. 4.000 € plus monatliche Gebühr, Obergrenze noch nicht genannt · Start bis Ende Februar · WLAN in zwei von drei Filialen

Entscheidung

Entscheidet Claudia Moser, Robert Lang muss mit der Bedienung in der Backstube einverstanden sein.

Vergleicht mit einem zweiten Anbieter, wichtigstes Kriterium: „Es muss um 2 Uhr früh ohne Erklärung funktionieren.“

Einschätzung und nächste Schritte

Passt. Filiale ohne WLAN braucht ein Terminal mit Mobilfunk – im Angebot berücksichtigen.

Claudia Moser schickt die Exportvorgaben ihres Lohnbüros – bis 17. Oktober.

Stefan Kraus schickt das Angebot mit zwei Varianten (mit und ohne Urlaubsmodul) – bis 22. Oktober.

Tipps

So wird aus Notizen ein treffendes Angebot.

Nach dem letzten konkreten Fall fragen„Wann ist das zuletzt schiefgegangen?“ liefert eine echte Geschichte statt allgemeiner Klagen. Diese Geschichte ist später das stärkste Argument im Angebot.
Muss, Soll, Kann trennenLass den Kunden selbst sortieren. Wer alles als „wichtig“ notiert, bietet am Ende zu viel an – und wird vom günstigeren Mitbewerber unterboten.
Auch das Nein notierenWas der Kunde ausdrücklich nicht will, ist genauso wertvoll wie seine Wünsche. Eine Zeile „nicht gewünscht“ verhindert, dass du genau das ins Angebot packst.
Alle Betroffenen hörenWer das System täglich nutzt, hat andere Anforderungen als die Geschäftsführung. Hol die Nutzer:innen in den Termin oder führ ein kurzes zweites Gespräch.
Zahlen erfragenMengen, Standorte, Stunden pro Monat: Mit Zahlen kannst du Aufwand und Nutzen im Angebot beziffern. Ohne sie bleibt beides vage.
Zusammenfassen, bevor du gehstLies die Muss-Anforderungen am Ende laut vor. Was der Kunde dann korrigiert, hättest du sonst erst nach dem Angebot erfahren. Fragen dafür findest du im Ratgeber zur Bedarfsanalyse.
Typische Fehler
  • Schon während der Analyse das eigene Produkt vorführen
  • Alle Anforderungen gleich gewichtet
  • Budget und Entscheidungsweg nicht angesprochen
  • Nur mit der Geschäftsführung gesprochen, nicht mit den späteren Nutzer:innen
  • Angebot geschrieben, ohne die Analyse noch einmal zu lesen

Diese Vorlage dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfe sie vor der Verwendung auf deinen Einzelfall.

Häufige Fragen
Was gehört in eine Bedarfsanalyse?

Der Ist-Zustand, die konkreten Probleme und der Auslöser, die Ziele, die Anforderungen nach Muss, Soll und Kann, der Rahmen aus Budget und Zeitplan sowie die Frage, wer nach welchen Kriterien entscheidet.

Was ist der Unterschied zwischen Erstgespräch und Bedarfsanalyse?

Das Erstgespräch klärt, ob es grundsätzlich passt. Die Bedarfsanalyse geht danach in die Tiefe und liefert die Details, die du für ein genaues Angebot brauchst. Bei kleinen Aufträgen fällt beides oft in einen Termin.

Wie lange dauert eine Bedarfsanalyse?

Bei überschaubaren Aufträgen 45 bis 60 Minuten. Bei größeren Projekten mit mehreren Abteilungen eher mehrere kurze Gespräche als ein langer Workshop.

Kann ich die Bedarfsanalyse im Video-Call machen?

Ja. Wenn alle einverstanden sind, kann noteit den Call mitschreiben – du konzentrierst dich aufs Nachfragen und überträgst danach nur noch die Punkte in die Vorlage.

Protokoll schreiben?
Macht ab jetzt noteit.

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