Herkunft und Prinzip
Das Kürzel kommt von SubRip, einem frühen Programm, das Untertitel aus Videos auslesen und als Text speichern konnte. Das Format hat sich durchgesetzt, weil es so schlicht ist: keine Formatvorlagen, keine Positionen, nur Nummer, Zeit und Text. Fast jeder Videoplayer, jedes Schnittprogramm und die großen Videoplattformen können SRT-Dateien lesen.
Die Untertitel stecken dabei nicht im Video. Die SRT-Datei liegt daneben und wird beim Abspielen zugeschaltet – oder beim Hochladen auf eine Plattform als eigene Spur hinzugefügt. Damit ein Player sie automatisch findet, trägt sie oft denselben Namen wie das Video, etwa „vortrag.mp4“ und „vortrag.srt“.
So ist eine SRT-Datei aufgebaut
Jeder Untertitel besteht aus vier Teilen, immer in dieser Reihenfolge:
- Laufende Nummer, beginnend bei 1
- Zeitangabe in der Form 00:01:04,250 --> 00:01:07,800 – Stunden, Minuten, Sekunden und, nach einem Komma, Millisekunden
- Text, eine oder zwei Zeilen
- Leerzeile als Trennung zum nächsten Block
Auffällig ist das Komma vor den Millisekunden – eine Eigenheit von SRT, die beim Umwandeln aus anderen Formaten oft verloren geht. Viele Player akzeptieren außerdem einfache Auszeichnungen für Kursiv- oder Fettschrift, verlassen sollte man sich darauf nicht.
SRT, WebVTT und eingebrannte Untertitel
SRT ist nicht die einzige Möglichkeit, Untertitel zu speichern:
| SRT | WebVTT (.vtt) | Eingebrannt | |
|---|---|---|---|
| Form | Textdatei neben dem Video | Textdatei neben dem Video | Teil des Videobilds |
| Besonderheit | sehr einfach, überall lesbar | Kopfzeile „WEBVTT“, Punkt statt Komma vor den Millisekunden, Positionierung und Stile möglich | immer sichtbar, nicht abschaltbar |
| Typischer Einsatz | Plattformen, Schnittprogramme, Archiv | Videos auf Websites (HTML5-Player) | Social-Media-Clips |
| Nachträglich korrigieren | Text bearbeiten, fertig | Text bearbeiten, fertig | Video neu exportieren |
Im Rundfunk kommen zusätzlich XML-basierte Formate zum Einsatz, die mehr Gestaltung erlauben. Für die meisten Zwecke außerhalb des Fernsehens reicht SRT, und fast jedes Programm kann zwischen SRT und WebVTT umwandeln.
Öffnen, bearbeiten, typische Fehler
Weil es reiner Text ist, öffnest du eine SRT-Datei mit jedem Editor, auch mit dem Windows-Editor oder TextEdit. Für das Verschieben von Zeiten oder das Prüfen von Lesegeschwindigkeiten sind eigene Untertitelprogramme bequemer. Die häufigsten Probleme:
- Kaputte Umlaute: Die Datei ist nicht als UTF-8 gespeichert. Aus „Größe“ wird Zeichensalat.
- Untertitel laufen davon: Video und Untertitel wurden mit unterschiedlicher Bildrate erstellt oder das Video wurde nachträglich gekürzt.
- Überlappende Zeiten: Ein Block endet nach dem Beginn des nächsten – manche Player zeigen dann beide gleichzeitig.
- Fehlende Leerzeile: Zwei Blöcke verschmelzen, der Rest der Datei wird falsch gelesen.
Laufen alle Untertitel um denselben Betrag zu früh oder zu spät, genügt meist eine Verschiebung der gesamten Datei um ein paar hundert Millisekunden – das können die meisten Untertitelprogramme und viele Player direkt. Werden die Abweichungen zum Ende hin immer größer, liegt es dagegen fast immer an der Bildrate oder an geschnittenen Stellen. Dann hilft nur, die Zeiten neu an die aktuelle Videofassung anzupassen.
1
00:00:02,000 --> 00:00:05,400
Willkommen zur Schulung für das neue Kassensystem.
2
00:00:05,900 --> 00:00:09,200
Heute zeigt euch Anna Hofer, wie Retouren gebucht werden.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.