Wo dir Tab-Audio begegnet
Die meisten Menschen stoßen auf Tab-Audio im Teilen-Dialog des Browsers. Wenn eine Website den Bildschirm teilen oder aufnehmen möchte, fragt der Browser, was geteilt werden soll: ein ganzer Bildschirm, ein Fenster oder ein einzelner Tab. Wählst du einen Tab, erscheint in Chrome und Edge zusätzlich der Schalter „Tab-Audio teilen“ bzw. „Auch Tab-Audio teilen“.
Ist er aktiv, bekommt die Website nicht nur das Bild, sondern auch den Ton dieses einen Tabs. So funktioniert zum Beispiel das Vorführen eines Videos in einem Online-Meeting mit Ton – und ebenso das Aufnehmen eines Browser-Calls, der in einem anderen Tab läuft.
Tab-Audio, Systemaudio und Mikrofon
Tab-Audio ist eine von drei Tonquellen, die bei Aufnahmen am Computer eine Rolle spielen:
| Quelle | Was erfasst wird | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Tab-Audio | nur der Ton eines Browser-Tabs | Call in Google Meet, Teams im Browser, Jitsi, Whereby |
| Systemaudio | alles, was der Computer abspielt | Call in einer Desktop-App wie Teams oder Zoom |
| Mikrofon | was im Raum gesprochen wird – also deine Stimme | jede Aufnahme der eigenen Seite |
Der Vorteil von Tab-Audio gegenüber Systemaudio: Benachrichtigungstöne, Musik aus einem anderen Programm oder ein Video im Nebentab landen nicht in der Aufnahme. Der Nachteil: Läuft der Call nicht im Browser, sondern in einer Desktop-App, gibt es keinen Tab, dessen Ton man teilen könnte. Dann braucht es Systemaudio, etwa per Loopback-Aufnahme.
Welche Browser Tab-Audio können
Technisch läuft das Teilen über eine Browser-Schnittstelle für Bildschirmaufnahmen (getDisplayMedia), die zur Familie der WebRTC-Techniken gehört. Ton liefert sie nur in Chromium-Browsern zuverlässig: Chrome, Edge, Brave, Opera, Vivaldi und Arc am Computer. Firefox und Safari teilen beim Bildschirmteilen derzeit keinen Tab-Ton. Am Smartphone gibt es die Funktion nicht.
Wichtig: Tab-Audio enthält nur, was der Tab abspielt. Deine eigene Stimme ist darin nicht enthalten, weil die Website sie nicht ausgibt, sondern über das Mikrofon aufnimmt. Wer einen Call vollständig mitschneiden will, nimmt deshalb Tab-Audio und Mikrofon gemeinsam auf – am besten als getrennte Spuren.
Typische Stolperfallen
Wenn eine Aufnahme über Tab-Audio nichts oder nur die halbe Unterhaltung enthält, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:
- Schalter vergessen: Ohne „Tab-Audio teilen“ kommt nur das Bild an, die Aufnahme bleibt stumm.
- Falscher Tab: Geteilt wird der ausgewählte Tab. Läuft der Call in einem anderen, fehlt sein Ton.
- Tab geschlossen oder neu geladen: Die Freigabe endet, die Aufnahme ebenfalls.
- Call als App statt im Tab: Wurde das Meeting in die Desktop-App von Teams oder Zoom übergeben, ist im Browser-Tab nichts mehr zu hören.
Ein angenehmer Nebeneffekt: Weil der Ton digital direkt aus dem Tab abgegriffen wird, ist es egal, ob du über Lautsprecher oder Kopfhörer hörst – die Qualität der Aufnahme bleibt gleich.
Christina Berger hat um 10 Uhr einen Termin in Google Meet. In einem zweiten Tab startet sie ihr Aufnahmewerkzeug und klickt auf „Online-Meeting aufnehmen“.
Der Browser fragt, was geteilt werden soll. Sie wählt den Meet-Tab und lässt „Tab-Audio teilen“ eingeschaltet. Ab jetzt landen die Stimmen ihrer Gesprächspartner aus dem Tab und ihre eigene Stimme aus dem Mikrofon in der Aufnahme – das Pling ihres Mailprogramms zwischendurch nicht.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.