Was Erweiterungen können
Technisch besteht eine Erweiterung aus Webtechnik – HTML, CSS, JavaScript – und einer Beschreibungsdatei, dem Manifest. Darin steht, was die Erweiterung tun will und welche Rechte sie dafür braucht. Der Browser stellt ihr Schnittstellen zur Verfügung, die normale Websites nicht haben: Sie kann Inhalte auf Seiten lesen und verändern, auf Ereignisse wie das Öffnen eines Tabs reagieren, ein eigenes Symbol in der Leiste zeigen oder den Ton eines Tabs aufnehmen.
Chrome, Edge, Brave, Opera und Vivaldi beruhen alle auf Chromium und teilen deshalb dasselbe Erweiterungssystem. Eine Erweiterung aus dem Chrome Web Store läuft meist auch in diesen Browsern. Firefox und Safari haben eigene Stores und teils abweichende Regeln.
Erweiterung, Plugin, Web-App: die Abgrenzung
Im Alltag werden einige Begriffe vermischt:
- Erweiterung: ergänzt den Browser selbst und wirkt auf vielen Websites, läuft innerhalb der Sicherheitsregeln des Browsers
- Plugin (alt): früher Programme wie Flash oder Java, die als eigene Software im Browser liefen; aus Sicherheitsgründen von allen großen Browsern abgeschafft
- Web-App bzw. Progressive Web App: eine Website, die sich wie ein Programm anfühlt und sich installieren lässt, aber nur ihre eigene Seite steuert
- Desktop-App: ein eigenständiges Programm außerhalb des Browsers mit Zugriff auf Funktionen des Betriebssystems
Berechtigungen: genau hinschauen
Beim Installieren zeigt der Browser, was eine Erweiterung darf. Die heikelste Berechtigung lautet sinngemäß „Alle Daten auf allen Websites lesen und ändern“. Eine Erweiterung mit diesem Recht sieht alles, was du im Browser tust – Online-Banking, Mails, Formulare. Für einen Werbeblocker ist das nötig, für eine Wetteranzeige nicht.
Seit der Umstellung auf das „Manifest V3“ in Chromium-Browsern sind die Möglichkeiten von Erweiterungen in einigen Bereichen enger gefasst, etwa beim Nachladen von Code aus dem Internet. Trotzdem gilt: Eine Erweiterung ist Software mit weitreichenden Rechten in deinem wichtigsten Arbeitswerkzeug. In Unternehmen legt die IT deshalb oft fest, welche Erweiterungen erlaubt sind.
Woran du vertrauenswürdige Erweiterungen erkennst
Ein paar Prüfungen vor der Installation sparen Ärger:
- Sie stammt aus dem offiziellen Store des Browsers oder direkt vom bekannten Hersteller.
- Der Herausgeber ist klar erkennbar, mit Website und Datenschutzerklärung.
- Die verlangten Rechte passen zur Funktion – nicht mehr.
- Sie wird gepflegt: Die letzte Aktualisierung liegt nicht Jahre zurück.
- Bewertungen wirken echt und erwähnen keine plötzlichen Änderungen nach einem Besitzerwechsel.
Erweiterungen, die du nicht mehr brauchst, solltest du entfernen. Jede installierte Erweiterung ist ein möglicher Angriffspunkt, auch wenn sie gerade nichts tut. Für Aufnahme-Erweiterungen gilt zudem eine Eigenheit von Chrome: Den Ton eines Tabs darf eine Erweiterung erst nach einer bewussten Handlung von dir aufnehmen, etwa einem Klick auf ihr Symbol – völlig unbemerkt geht es nicht.
Julia Huber installiert eine Erweiterung, die Webseiten in den Lesemodus schaltet. Der Browser meldet: „Kann Daten auf allen Websites lesen und ändern.“ Das passt zur Funktion, weil die Erweiterung jede Seite umformatiert – sie prüft trotzdem den Herausgeber.
Eine zweite Erweiterung, die nur einen Countdown bis Feierabend anzeigt, verlangt dasselbe Recht. Julia bricht die Installation ab: Für einen Countdown braucht niemand Zugriff auf ihre Mails.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.