Eine Website, die sich wie eine App anfühlt
Den Begriff prägten 2015 der Chrome-Entwickler Alex Russell und die Designerin Frances Berriman für Websites, die moderne Browserfunktionen so nutzen, dass sie sich kaum noch von nativen Apps unterscheiden. „Progressiv“ heißt dabei: Die Seite funktioniert in jedem Browser als normale Website und bekommt dort, wo der Browser mehr kann, schrittweise App-Funktionen dazu.
Wenn du eine PWA installierst, legt der Browser ein Symbol an und öffnet die Seite künftig ohne Adressleiste und Tabs in einem eigenen Fenster. Dahinter läuft aber weiterhin die Website – Updates kommen beim nächsten Öffnen automatisch, es gibt keine Installationsdatei und nichts, was veraltet auf der Festplatte liegt.
Für Anbieter hat das einen praktischen Vorteil: Eine Änderung ist sofort bei allen angekommen, ohne dass jemand eine neue Version installieren oder auf die Freigabe eines App-Stores warten muss.
Die technischen Bausteine
Drei Zutaten machen eine Website zur PWA:
- Web-App-Manifest: eine kleine Datei mit Name, Symbol, Farben und Startadresse – sie macht die Seite installierbar
- Service Worker: ein Skript, das im Hintergrund läuft, Inhalte zwischenspeichert und so Offline-Nutzung und schnelle Ladezeiten ermöglicht; auch Push-Benachrichtigungen laufen darüber
- HTTPS: PWAs funktionieren nur über eine verschlüsselte Verbindung, siehe Transportverschlüsselung
PWA, Desktop-App und Store-App im Vergleich
Für Anbieter ist eine PWA attraktiv, weil eine Codebasis für alle Geräte reicht. Für Nutzer zählt vor allem, was die App können muss:
| PWA | Desktop- oder Store-App | |
|---|---|---|
| Installation | aus dem Browser, ohne Download | Installationsdatei oder App-Store |
| Updates | automatisch beim Öffnen | über Updater oder Store |
| Plattformen | eine Version für alle Geräte mit modernem Browser | oft eigene Versionen je Betriebssystem |
| Zugriff aufs System | nur, was der Browser erlaubt | weitreichend, je nach Rechten |
| Speicherplatz | gering | teils erheblich |
Der letzte große Unterschied ist der Systemzugriff. Eine PWA lebt in der Sicherheitsumgebung des Browsers. Sie kann Kamera und Mikrofon nach Erlaubnis nutzen, aber zum Beispiel nicht von selbst bemerken, dass in einem anderen Programm gerade ein Call beginnt. Dafür braucht es eine Desktop-App.
Grenzen und Unterschiede zwischen Browsern
Wie gut PWAs funktionieren, hängt vom Browser und Betriebssystem ab. Chrome und Edge bieten die Installation am Computer und unter Android direkt an, oft mit einem Symbol in der Adressleiste. Auf dem iPhone und iPad geht es über Safari mit „Zum Home-Bildschirm“, am Mac über „Zum Dock hinzufügen“. Einzelne Funktionen wie Push-Benachrichtigungen oder Hintergrundaktivität sind nicht überall gleich verfügbar.
Auch Speicherplatz kann ein Thema sein: Browser dürfen zwischengespeicherte Daten von Websites unter Umständen löschen, wenn der Platz knapp wird. Eine gut gebaute PWA sichert wichtige Daten deshalb zusätzlich auf ihrem Server.
Stefan Gruber nutzt ein Online-Werkzeug für seine Besprechungsnotizen. Statt es jedes Mal in einem von zwanzig Tabs zu suchen, klickt er in Edge auf „App installieren“.
Seitdem hat das Werkzeug ein eigenes Symbol in der Taskleiste und öffnet sich in einem schlanken Fenster ohne Adressleiste. Am iPad legt er dieselbe Seite über Safari auf den Home-Bildschirm – und arbeitet dort mit denselben Daten weiter.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.