Lexikon · Protokoll & Dokumentation

Was ist ein Memo?

Kurz erklärt

Ein Memo (kurz für Memorandum) ist eine knappe interne Mitteilung, die eine Information, einen Vorschlag oder eine Entscheidung schriftlich an bestimmte Personen weitergibt. Anders als ein Protokoll blickt es meist nach vorn: Es soll informieren oder eine Entscheidung vorbereiten.

Auch genannt: Memorandum · Hausmitteilung · interne Mitteilung

Herkunft und Bedeutungen

„Memorandum“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „das, woran erinnert werden soll“. Im Deutschen ist die Kurzform „Memo“ geläufig, und je nach Umfeld meint sie Unterschiedliches.

Im Büro ist ein Memo eine interne Mitteilung, früher auf Papier als Hausmitteilung, heute meist als E-Mail oder Dokument. In Politik und Diplomatie ist ein Memorandum eine Denkschrift, die eine Position darlegt. Ein Memorandum of Understanding ist eine Absichtserklärung zwischen Partnern, die oft noch keine vertragliche Bindung haben soll. Und auf dem Smartphone ist ein Sprachmemo eine kurze Audionotiz. Hier geht es um das Memo als interne Mitteilung.

Typischer Aufbau

Ein Memo ist selten länger als eine Seite und folgt einem einfachen Muster:

  • Kopf: An, Von, Datum, Betreff – der Betreff sagt schon, worum es geht („Vorschlag: meetingfreier Dienstagvormittag ab März“)
  • Kernaussage zuerst: In ein bis zwei Sätzen, was die Leser wissen oder entscheiden sollen
  • Hintergrund: warum das Thema jetzt ansteht, mit den nötigen Zahlen
  • Optionen oder Empfehlung: was du vorschlägst und welche Alternativen es gibt
  • Nächster Schritt: was du von den Lesern brauchst und bis wann

Das Prinzip „Kernaussage zuerst“ ist im Englischen als „Bottom Line Up Front“ bekannt. Wer nur den ersten Absatz liest, soll trotzdem das Wichtigste mitnehmen.

Memo, Protokoll, Aktennotiz – was wann?

Alle drei sind kurze, interne Texte. Sie unterscheiden sich in Zweck und Blickrichtung:

ZweckBlickrichtungLeser
Protokollhält fest, was in einer Besprechung warzurückTeilnehmende und Abwesende
Aktennotizdokumentiert einen Vorgang für die Aktezurückwer den Vorgang später bearbeitet
Memoinformiert, schlägt vor, bereitet Entscheidungen vornach vornEntscheider, Team, Abteilung

Ein Memo kann ein Protokoll ergänzen: Nach einer Besprechung ohne Entscheidung fasst jemand die Optionen in einem Memo zusammen, damit beim nächsten Termin entschieden werden kann.

Memos statt Meetings

Manche Teams nutzen Memos gezielt, um Besprechungen zu ersetzen oder zu verkürzen. Statt eine Stunde lang Folien zu zeigen, verschickt jemand vorab ein Memo; im Termin wird nur noch diskutiert und entschieden. Manche lesen das Memo sogar in den ersten Minuten des Meetings gemeinsam, damit alle denselben Stand haben.

Das funktioniert, weil Schreiben zum Denken zwingt: Lücken in der Argumentation fallen in einem ausformulierten Text schneller auf als auf einer Folie mit drei Stichpunkten. Für asynchrone Kommunikation über Zeitzonen oder Teilzeitmodelle hinweg ist das Memo ohnehin das passende Format.

Ein paar Regeln helfen: ein Thema pro Memo, aktive Sprache, konkrete Zahlen statt Adjektiven und eine klare Bitte am Ende. Ein Memo, nach dem niemand weiß, was zu tun ist, war eine Information – keine schlechte, aber kein Memo im eigentlichen Sinn.

Beispiel
Memo an ein Team

An: Team Projektmanagement · Von: Julia Berger · Datum: 10. Februar · Betreff: Vorschlag: meetingfreier Dienstagvormittag ab 3. März

Ich schlage vor, dass wir dienstags bis 12 Uhr keine internen Termine mehr ansetzen. Bitte gebt mir bis 20. Februar Bescheid, ob ihr Einwände habt.

Hintergrund: Laut unseren Kalendern liegen derzeit jeden Tag interne Termine am Vormittag, längere Konzeptarbeit wandert dadurch in die Abende.

Ausnahmen: Kundentermine und dringende Abstimmungen bleiben möglich. Nach acht Wochen schauen wir gemeinsam, ob es sich bewährt hat.

Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen
Wofür steht Memo?

Memo ist die Kurzform von Memorandum, lateinisch für „das, woran erinnert werden soll“. Im Büro meint es eine kurze interne Mitteilung.

Wie lang ist ein Memo?

In der Regel nicht mehr als eine Seite. Längere Inhalte gehören in einen Bericht, dem ein Memo als Zusammenfassung vorangestellt werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Memo und E-Mail?

Eine E-Mail ist ein Kanal, ein Memo eine Textform. Ein Memo kann per E-Mail verschickt werden, folgt dann aber dem Aufbau mit Betreff, Kernaussage, Hintergrund und Bitte.

Was ist ein Memorandum of Understanding?

Eine schriftliche Absichtserklärung, in der Partner ihre gemeinsamen Ziele festhalten. Ob sie rechtlich bindet, hängt von Formulierung und Umständen ab.

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