Lexikon · Protokoll & Dokumentation

Was ist ein Protokoll?

Kurz erklärt

Ein Protokoll ist eine schriftliche Aufzeichnung darüber, was bei einer Besprechung, Sitzung oder Verhandlung gesagt, beschlossen oder festgestellt wurde. Es dient als gemeinsame, überprüfbare Erinnerung – für alle, die dabei waren, und für alle, die es nicht waren.

Auch genannt: Niederschrift · Meeting Minutes (engl.)

Woher das Wort kommt – und was es sonst noch bedeutet

„Protokoll“ geht auf das mittelgriechische „prōtókollon“ zurück: das erste, vorne an eine Papyrusrolle geleimte Blatt, auf dem Angaben zur Urkunde standen. Aus dem Deckblatt wurde mit der Zeit die Bezeichnung für den gesamten amtlichen Bericht.

Heute hat das Wort mehrere Bedeutungen. In der Diplomatie meint „Protokoll“ die Regeln für Abläufe und Rangfolgen bei offiziellen Anlässen. In der Technik ist ein Protokoll eine vereinbarte Regel, wie Geräte Daten austauschen, etwa HTTP. Im Labor heißt die Aufzeichnung eines Versuchs Versuchsprotokoll. In diesem Lexikon geht es um das Protokoll als schriftlichen Bericht über ein Gespräch oder eine Sitzung.

Die wichtigsten Protokollarten

Protokolle unterscheiden sich vor allem darin, wie viel vom Gesagten sie festhalten. Je ausführlicher, desto mehr Aufwand – und desto weniger wird es gelesen.

ArtWas festgehalten wirdTypischer Einsatz
ErgebnisprotokollBeschlüsse, Aufgaben, offene PunkteTeammeeting, Jour fixe, Kundentermin
KurzprotokollErgebnisse plus die wichtigsten Gründe, stark verdichtetProjektgremien, Ausschüsse
VerlaufsprotokollDiskussionsverlauf mit Wortmeldungen, sinngemäßGremien, Verhandlungen, Konflikte
Wortprotokollalles Gesagte im WortlautParlamente, Anhörungen
Beschlussprotokollnur förmliche Beschlüsse mit AbstimmungsergebnisVereine, Gesellschafter, Betriebsrat
Gedächtnisprotokollnachträglich aus der Erinnerung AufgeschriebenesKonfliktgespräch, Vorfall, Zusage

Daneben werden Protokolle nach ihrem Anlass benannt: Sitzungsprotokoll, Besprechungsprotokoll oder Gesprächsprotokoll sagen, wo das Protokoll entstanden ist – nicht, wie ausführlich es ist. Übergabe- oder Abnahmeprotokolle wiederum halten einen Zustand fest, etwa einer Wohnung oder eines Bauteils, und kein Gespräch.

Woraus ein Protokoll besteht

Unabhängig von der Art haben sich vier Teile bewährt:

  • Protokollkopf: Anlass, Datum, Ort oder Tool, Beginn und Ende, Teilnehmende, Protokollführung
  • Hauptteil: gegliedert nach Tagesordnungspunkten, je nach Art mit Ergebnissen, Verlauf oder Wortlaut
  • Aufgaben und offene Punkte: wer was bis wann erledigt, was vertagt wurde
  • Abschluss: nächster Termin, Verteiler, Anlagen, bei Gremien Unterschriften

Wie die einzelnen Teile aussehen, zeigt der Ratgeber Aufbau eines Protokolls.

Wann ein Protokoll verbindlich wird

Ein Protokoll ist kein Vertrag. Es hält fest, was vereinbart wurde, und dient später als Beleg dafür. Im Arbeitsalltag wird es zur gemeinsamen Grundlage, wenn alle es erhalten haben und niemand widerspricht – deshalb lohnt es sich, Einwände früh zu melden statt Wochen später.

In Gremien läuft das förmlicher: Das Protokoll wird in der nächsten Sitzung genehmigt und unterschrieben, Satzung, Statuten oder Geschäftsordnung legen fest, wie. Für manche Gremien schreibt das Gesetz ein Protokoll ausdrücklich vor, in Deutschland etwa für Sitzungen des Betriebsrats (§ 34 BetrVG). Dort heißt es dann meist Niederschrift.

Beispiel
Ein Tagesordnungspunkt, drei Protokollarten

Ergebnisprotokoll: Die Weihnachtsfeier findet am 12. Dezember im Gasthaus Berger statt. Frau Huber reserviert bis 31. Oktober.

Verlaufsprotokoll: Herr Gruber schlägt den 5. Dezember vor. Frau Huber wendet ein, an diesem Tag sei Inventur. Nach kurzer Diskussion einigt sich die Runde auf den 12. Dezember im Gasthaus Berger; Frau Huber übernimmt die Reservierung bis 31. Oktober.

Wortprotokoll: Gruber: „Wie wär’s mit dem Fünften?“ – Huber: „Da haben wir Inventur, das geht sich nicht aus.“ – Gruber: „Dann der Zwölfte?“ – Huber: „Passt. Ich reserviere beim Berger.“

Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Protokoll und Mitschrift?

Eine Mitschrift sind die eigenen Notizen während des Termins, oft lückenhaft und nur für dich verständlich. Ein Protokoll ist die geordnete, für andere lesbare Fassung, die an alle verschickt wird.

Ist ein Protokoll rechtlich verbindlich?

Ein Protokoll selbst begründet keine Pflichten, es belegt aber, was vereinbart oder beschlossen wurde. Wie viel Gewicht es hat, hängt davon ab, ob es genehmigt, unterschrieben und zeitnah verschickt wurde.

Welche Protokollart ist die richtige?

Für die meisten Besprechungen reicht ein Ergebnisprotokoll. Wenn später nachvollziehbar sein muss, wie es zu einer Entscheidung kam, ist ein Verlaufs- oder Kurzprotokoll besser.

Wer schreibt das Protokoll?

Die Person, die zu Beginn als Protokollführer:in bestimmt wird. In Vereinen ist das oft die gewählte Schriftführung, in Teams wechselt die Aufgabe häufig reihum.

Dein nächster Call
schreibt sich selbst mit.

7 Tage alles aus Pro gratis – ohne Kreditkarte.

Jetzt kostenlos testen