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Seminarprotokoll: Vorlage mit Beispiel aus der Soziologie.

Ein Seminarprotokoll soll die Sitzung nicht nacherzählen, sondern ihren Gedankengang sichtbar machen: Welche Frage stand im Raum, welche Argumente wurden ausgetauscht, wo ist man angekommen? Die Vorlage führt genau durch diese Schritte.

Seminarprotokoll
SEMINARPROTOKOLL

KOPF
Hochschule, Institut: …
Lehrveranstaltung (Titel, Nummer), Semester: …
Leitung: …
Sitzung Nr., Datum: …
Protokoll: …
Thema der Sitzung / Referat von: …

BEZUG ZUR LETZTEN SITZUNG
…

FRAGESTELLUNG DER SITZUNG
…

INPUT / REFERAT
Grundlage (Text, Kapitel): …
Kernthesen: …
Zentrale Begriffe: …

DISKUSSION
Frage / Einwand: …
Argumente dafür: …
Argumente dagegen: …
Ergebnis oder Stand der Diskussion: …

ERGEBNISSE
…

OFFENE FRAGEN
…

LITERATUR
Autor:in (Jahr): Titel. Ort: Verlag bzw. Zeitschrift, Seiten.

AUSBLICK
Nächste Sitzung, Lektüre, Aufgaben: …
Wann du sie brauchst
  • Protokoll einer Seminarsitzung als Studienleistung
  • Sitzungsprotokoll im Proseminar oder Hauptseminar
  • Protokoll einer Übung oder eines Kolloquiums
  • Grundlage für die Wiederholung vor Prüfung oder Hausarbeit
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Ausgefülltes Beispiel

Sitzung 5: der Arbeitskraftunternehmer im Homeoffice.

Erfundenes Beispiel einer Seminarsitzung: Ein Referat stellt ein bekanntes Konzept der Arbeitssoziologie vor, die Diskussion prüft, ob es auf Homeoffice passt. Die Argumente stehen in indirekter Rede, ohne Wortmeldungen nachzuerzählen.

Seminarprotokoll · „Arbeit und Digitalisierung“, Sitzung 5
Kopf

Institut für Soziologie · Seminar, Wintersemester · Leitung: Dr. Katrin Moser · 14. Oktober · Protokoll: Sophie Lang · Referat: Jakob Huber

Fragestellung

Lässt sich das Konzept des „Arbeitskraftunternehmers“ auf die Arbeit im Homeoffice übertragen?

Referat

Grundlage: Voß, G. Günter / Pongratz, Hans J. (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitskraft? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 50, S. 131–158.

Kernthesen: Beschäftigte müssten ihre Arbeit zunehmend selbst kontrollieren, ihre Arbeitskraft aktiv vermarkten und Arbeit und Leben selbst organisieren.

Zentrale Begriffe: Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung, Selbst-Rationalisierung.

Diskussion

Dafür wurde angeführt, dass im Homeoffice die Selbst-Kontrolle deutlich zunehme: Arbeitszeit und Pausen würden kaum noch von außen strukturiert.

Dagegen wurde eingewandt, dass digitale Werkzeuge neue Formen der Fremdkontrolle ermöglichten, etwa Statusanzeigen oder Ticketsysteme. Von reiner Selbst-Kontrolle könne daher keine Rede sein.

Stand: Das Konzept beschreibt Tendenzen im Homeoffice treffend, unterschätzt aber technische Kontrolle.

Offene Fragen

Gilt der Befund auch für Beschäftigte ohne Wahl zwischen Büro und Homeoffice?

Ausblick

Sitzung 6: Plattformarbeit · Lektüre laut Semesterplan · Protokoll: Daniel Wagner

Tipps

Was ein gutes Seminarprotokoll ausmacht.

Mit der Frage beginnenEine Sitzung ohne erkennbare Fragestellung lässt sich kaum protokollieren. Formuliere sie selbst, wenn sie nicht ausgesprochen wurde – und lass sie dir notfalls von der Leitung bestätigen.
Argumente, nicht Personen„Dagegen wurde eingewandt …“ statt „Dann sagte Lisa …“. Ob Namen genannt werden, bestimmt die Lehrveranstaltungsleitung.
Indirekte Rede nutzenWiedergegebene Positionen stehen im Konjunktiv I: „Die Selbst-Kontrolle nehme zu.“ So bleibt klar, was referiert und was Ergebnis ist – mehr im Ratgeber zum Konjunktiv.
Handout nicht abschreibenDas Referat hat meist ein Handout. Das Protokoll fasst die Kernthesen zusammen und widmet den meisten Platz der Diskussion.
Literatur vollständig angebenJeder Text, auf den sich die Sitzung bezieht, gehört mit vollständiger Angabe ins Protokoll – im Zitierstil, den dein Fach verlangt.
Abgabefrist ernst nehmenViele Lehrende wollen das Protokoll vor der nächsten Sitzung. Schreib es innerhalb von zwei, drei Tagen, solange die Diskussion noch präsent ist.
Typische Fehler
  • Nacherzählung in der Reihenfolge der Wortmeldungen
  • Referat ausführlich, Diskussion in zwei Sätzen
  • Eigene Meinung mit Ergebnissen der Sitzung vermischt
  • Literatur unvollständig oder ohne Seitenangaben
  • Konjunktiv und Indikativ durcheinander

Diese Vorlage dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prüfe sie vor der Verwendung auf deinen Einzelfall.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Seminarprotokoll und Stundenprotokoll?

Das Stundenprotokoll sichert vor allem Ergebnisse einer Schulstunde. Das Seminarprotokoll legt mehr Gewicht auf Argumente und Diskussion und verweist auf wissenschaftliche Literatur.

Wie lang sollte ein Seminarprotokoll sein?

Für eine Sitzung von 90 Minuten sind zwei bis vier Seiten üblich. Verbindlich ist, was die Lehrveranstaltungsleitung vorgibt.

Ergebnis- oder Verlaufsprotokoll im Seminar?

Häufig wird ein Ergebnisprotokoll mit kurzer Wiedergabe der Diskussion gewünscht. Manche Lehrende verlangen ein Verlaufsprotokoll – frag im Zweifel nach. Mehr im Ratgeber zum Seminarprotokoll.

Darf ich die Seminarsitzung aufnehmen?

Nur mit Zustimmung der Lehrenden und aller Teilnehmenden. Wenn alle einverstanden sind, kann noteit im Browser mit „Gespräch vor Ort“ mitschreiben – die Argumente ordnen und das Protokoll formulieren musst du trotzdem selbst.

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