Konfliktgespräch: Vorlage für eine moderierte Klärung.
Wenn zwei Kolleg:innen nicht mehr gut miteinander arbeiten, hilft ein moderiertes Gespräch – vorausgesetzt, beide kommen gleich zu Wort. Die Vorlage hält beide Sichtweisen gleichwertig fest und endet mit Regeln, die beide selbst formuliert haben.
KONFLIKTGESPRÄCH RAHMENDATEN Beteiligte: … und … Moderation: … (Funktion) Datum / Ort: … Vorgespräche einzeln geführt am: … GESPRÄCHSREGELN (ZU BEGINN VEREINBART) Ausreden lassen, Ich-Botschaften, keine Vorwürfe zur Person. Vertraulichkeit: Was hier gesagt wird, bleibt im Raum – außer den Vereinbarungen. Beide dürfen das Gespräch unterbrechen und eine Pause verlangen. SICHT VON … (IN EIGENEN WORTEN) Was ist aus meiner Sicht passiert: … Was mich daran stört / belastet: … Was ich brauche: … SICHT VON … (IN EIGENEN WORTEN) Was ist aus meiner Sicht passiert: … Was mich daran stört / belastet: … Was ich brauche: … GEMEINSAMKEITEN Worin sich beide einig sind: … LÖSUNGSIDEEN Ideen von …: … Ideen von …: … Ausgewählt: … VEREINBARUNGEN [ ] Regel / Maßnahme – wer – ab wann [ ] Regel / Maßnahme – wer – ab wann Was passiert, wenn es wieder hakt: … Nachgespräch am: … ABSCHLUSS Beide haben die Vereinbarungen gelesen: … / … Verteiler: nur die Beteiligten und die Moderation.
- Zwei Kolleg:innen geraten wiederholt aneinander, und die Arbeit leidet darunter
- Streit um Zuständigkeiten, Übergaben oder Dienstpläne
- Spannungen zwischen zwei Abteilungen, die eng zusammenarbeiten müssen
- Konflikt zwischen Mitarbeiter:in und Führungskraft, moderiert durch eine dritte Person
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Zwei Sichtweisen, drei Regeln.
Erfundenes Beispiel aus einer Bäckerei-Filiale. Der Streit um getauschte Dienste und die Kassenabrechnung schwelt seit Wochen. Die Filialleiterin moderiert, beide Verkäuferinnen formulieren die Lösung selbst.
Bäckerei Leitner · Moderation: Filialleiterin Birgit Aigner · 7. Oktober, 14:00, nach Ladenschluss im Büro · Einzelgespräche am 2. und 3. Oktober
Dienste werden kurzfristig per WhatsApp getauscht, sie erfährt es oft erst am Vortag.
Sie fühlt sich übergangen, weil sie dann allein den Frühdienst mit Lieferung hat.
Braucht: Tausch mindestens drei Tage vorher und mit ihr abgesprochen, wenn sie betroffen ist.
Sie tauscht wegen der Kinderbetreuung und hat nie gemerkt, dass Claudia dadurch allein ist.
Ärgert sich, dass Claudia Kassendifferenzen im Teamchat erwähnt hat – sie empfand das als Vorwurf vor allen.
Braucht: Kassenthemen direkt und nicht in der Gruppe.
Beide wollen, dass der Frühdienst nie allein mit Lieferung läuft.
Beide wollen Kassenthemen nicht im Gruppenchat.
Diensttausch nur über Birgit Aigner und mindestens drei Tage vorher; Ausnahme Krankheit – ab sofort.
Kassendifferenzen bespricht Birgit Aigner einzeln mit der Kassierenden, nicht im Chat – ab sofort.
Frühdienst mit Lieferung immer zu zweit; Birgit Aigner passt den Dienstplan ab November an.
Wenn es wieder hakt: zuerst direkt ansprechen, dann Birgit Aigner. Nachgespräch: 4. November.
Moderieren, nicht urteilen.
- Die Moderation ergreift Partei oder bewertet, wer „recht hat“
- Eine Seite bekommt im Protokoll mehr Platz als die andere
- Vorwürfe aus dem Gespräch landen im Personalakt
- Lösungen werden von oben vorgegeben, statt sie gemeinsam zu finden
- Kein Nachgespräch – der Konflikt bricht beim nächsten Anlass wieder auf
Die Hinweise auf dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung. Was für dich gilt, regeln Gesetz, Statuten bzw. Satzung oder Vertrag im Einzelfall.
Wer sollte ein Konfliktgespräch moderieren?
Eine Person, der beide Seiten vertrauen und die nicht selbst Teil des Konflikts ist – oft die gemeinsame Führungskraft, manchmal HR. Ist die Führungskraft selbst beteiligt, braucht es eine dritte Person oder eine Mediation.
Was ist der Unterschied zwischen Konfliktgespräch und Mediation?
Das Konfliktgespräch moderiert meist jemand aus dem Betrieb. Eine Mediation führt eine ausgebildete, neutrale Person von außen nach einem festen Verfahren – sinnvoll, wenn der Konflikt schon verhärtet ist.
Was gehört ins Protokoll eines Konfliktgesprächs?
Beide Sichtweisen in eigenen Worten, die Gemeinsamkeiten und vor allem die Vereinbarungen mit Termin. Persönliche Vorwürfe und Gefühlsausbrüche gehören nicht hinein.
Was tun, wenn eine Seite nicht reden will?
Frag im Einzelgespräch nach dem Grund. Manchmal fehlt Vertrauen in die Moderation, manchmal steckt mehr dahinter. Zwingen bringt nichts – dann ist eine andere Form der Klärung nötig.
Protokoll schreiben?
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