Vertrieb & Kunden · 5 Min. Lesezeit

Quarterly Business Review vorbereiten: drei Wochen bis zum Termin

Ein Quarterly Business Review (QBR) bereitest du etwa drei Wochen vorher vor: Entscheider:innen beim Kunden einladen, Ziele und Ereignisse des Quartals sammeln, Kennzahlen vorab schicken und mit deiner Hauptansprechperson kurz vorsprechen. Im Termin geht es dann um die Ziele des Kunden, nicht um deine Folien.

Aktualisiert am 8. Oktober 2026 · von Paul Hölzl & Ben Braunsperger
Auf einen Blick
  • Die Vorbereitung beginnt drei Wochen vorher – mit der Einladung der richtigen Personen.
  • Grundlage sind die Ziele des Kunden aus dem letzten QBR oder dem Onboarding.
  • Ein Vorgespräch mit der Hauptansprechperson verhindert Überraschungen im Termin.
  • Zahlen vorab schicken, damit im Termin über Bedeutung statt über Daten gesprochen wird.
  • Wenige Folien, viel Gespräch – und Verkaufsthemen nur am Ende.

Was ein QBR leisten soll

Ein Quarterly Business Review ist ein regelmäßiger, meist vierteljährlicher Termin mit wichtigen Bestandskund:innen. Gemeinsam wird geprüft, ob die Zusammenarbeit die Ziele des Kunden erreicht, was im Quartal passiert ist und was ihr euch als Nächstes vornehmt. Für kleinere Kund:innen reicht oft ein halbjährlicher oder jährlicher Rhythmus.

Ein QBR ist kein Statusbericht und kein Verkaufstermin. Wenn du 40 Minuten lang Kennzahlen präsentierst und am Ende ein Zusatzpaket anbietest, wird der Kunde beim nächsten Mal jemanden aus der zweiten Reihe schicken. Ein gutes QBR fühlt sich für den Kunden an wie eine Arbeitssitzung über sein eigenes Geschäft – mit dir als jemandem, der es verstanden hat.

Was im Termin selbst besprochen und festgehalten wird, zeigt die Vorlage Quartalsgespräch (QBR). Dieser Ratgeber kümmert sich um alles, was davor passiert.

Der Zeitplan: von drei Wochen vorher bis zum Tag danach

Die meisten QBRs werden zu spät vorbereitet – am Vorabend, aus dem Gedächtnis. Mit einem festen Zeitplan wird die Vorbereitung planbar und deutlich kürzer:

WannWasErgebnis
3 Wochen vorherTermin mit Entscheider:innen fixieren, Teilnehmende auf beiden Seiten klärenEinladung verschickt, Kalender beider Seiten belegt
2 Wochen vorherQuartal aufarbeiten: Gespräche, Tickets, Zusagen, KennzahlenRohfassung mit Zielen, Ergebnissen, Problemen
10 Tage vorherVorgespräch mit der HauptansprechpersonErwartungen und heikle Themen bekannt
1 Woche vorherUnterlagen fertigstellen, intern abstimmenWenige Folien oder ein kurzes Dokument
3 Tage vorherZahlen und Agenda an den Kunden schickenKunde kommt vorbereitet
Am Tag danachZusammenfassung mit Vereinbarungen verschickenSchriftliche Grundlage fürs nächste Quartal

Die richtigen Leute einladen

Ein QBR nur mit der täglichen Ansprechperson bleibt im Operativen stecken. Wertvoll wird es, wenn jemand dabei ist, der über Budget und Prioritäten entscheidet. Diese Person kommt aber nur, wenn die Einladung zeigt, warum sich die Zeit lohnt. Ein Beispiel:

  • Betreff: Rückblick Q3 und Planung Q4 – 45 Minuten am 14. 11.
  • „Sehr geehrte Frau Huber, wie vereinbart möchten wir mit Ihnen auf das dritte Quartal zurückschauen. Im Mittelpunkt steht Ihr Ziel, die Durchlaufzeit bei Angeboten zu senken: Wo stehen wir, was hat geholfen, was nicht? Außerdem wollen wir die Schwerpunkte für das vierte Quartal mit Ihnen festlegen. Herr Gruber ist ebenfalls eingeladen. Die wichtigsten Zahlen schicke ich Ihnen drei Tage vorher, damit wir im Termin über die Bedeutung sprechen können.“

Auf deiner Seite gehören die Person, die den Kunden betreut, und gegebenenfalls deren Führungskraft dazu. Mehr als drei Personen pro Seite machen den Termin schwerfällig. Wer im Vertrieb den Abschluss gemacht hat, kann bei den ersten QBRs dabei sein – vor allem, wenn im Verkauf Ziele vereinbart wurden, an denen der Kunde euch nun misst.

Das Quartal aufarbeiten: woher die Inhalte kommen

Die Substanz eines QBR kommt nicht aus dem Reporting-Tool, sondern aus dem, was im Quartal mit dem Kunden besprochen wurde. Sammle zwei Wochen vorher:

  • Ziele des Kunden aus dem letzten QBR oder aus dem Onboarding – in seinen Worten.
  • Ergebnisse und Kennzahlen zu diesen Zielen, mit Vergleich zum Vorquartal.
  • Zusagen beider Seiten aus dem Quartal: Was wurde gehalten, was nicht, warum?
  • Probleme und Beschwerden, auch die gelösten – mit Ursache und Lösung.
  • Veränderungen beim Kunden: neue Personen, neue Projekte, geänderte Prioritäten, die in Gesprächen erwähnt wurden.
  • Offene Fragen, die du selbst klären willst.

Am schnellsten geht das, wenn die Gespräche des Quartals beim Kunden abgelegt sind. Dann liest du in einer halben Stunde nach, was sonst einen Vormittag Suchen in Postfächern kostet. Mit noteit Pro kannst du Claude auch direkt fragen: „Brief mich zu Huber Bau – welche Zusagen und offenen Punkte gab es seit Juli?“ Die Antwort stützt sich auf alle Meetings mit diesem Kunden; prüfe die wichtigsten Punkte trotzdem im Original nach.

Bring Probleme selbst zur Sprache, bevor der Kunde es tut. Ein Satz wie „Im August haben wir zwei Lieferungen verspätet ausgeliefert – das lag an … und wir haben … geändert“ schafft mehr Vertrauen als eine Folie voller grüner Zahlen.

Das Vorgespräch mit der Hauptansprechperson

Zehn Tage vor dem QBR rufst du die Person an, mit der du im Alltag zusammenarbeitest. 15 Minuten reichen. Ziel ist, im eigentlichen Termin keine bösen Überraschungen zu erleben – und die Ansprechperson vor ihrer Führungskraft gut dastehen zu lassen. Fragen für das Vorgespräch:

  1. „Was interessiert Herrn Gruber im Termin am meisten?“
  2. „Gibt es Themen, die gerade intern heikel sind und die ich kennen sollte?“
  3. „Gab es im Quartal etwas, das Sie gestört hat und das ich noch nicht weiß?“
  4. „Welche Ziele stehen bei Ihnen fürs nächste Quartal an?“
  5. „Möchten Sie einen Teil selbst vorstellen?“

Die letzte Frage ist mehr als Höflichkeit: Wenn die Ansprechperson selbst berichtet, was die Zusammenarbeit gebracht hat, wirkt das vor der Geschäftsführung stärker als jede deiner Folien.

Agenda und Unterlagen

Für 45 bis 60 Minuten hat sich eine Agenda bewährt, die mit den Zielen des Kunden beginnt und mit gemeinsamen Vereinbarungen endet:

ZeitPunkt
5 Min.Ziel des Termins, Veränderungen beim Kunden seit dem letzten Mal (Kunde erzählt)
15 Min.Ziele aus dem letzten Quartal: erreicht, teilweise, nicht – und warum
10 Min.Was gut lief, was nicht – inklusive eigener Fehler
15 Min.Ziele und Schwerpunkte für das nächste Quartal
5 Min.Vereinbarungen, gegebenenfalls Erweiterung oder Vertragsfragen, nächster Termin

Bei den Unterlagen gilt: lieber fünf Folien, über die gesprochen wird, als zwanzig, die vorgelesen werden. Pro Ziel eine Seite mit Ausgangswert, aktuellem Stand und einem Satz Einordnung reicht. Rohdaten gehören in den Anhang oder in die Mail drei Tage vorher.

Nach dem QBR: Zusammenfassung am nächsten Tag

Am Tag nach dem Termin geht eine kurze Zusammenfassung an alle Teilnehmenden: die vereinbarten Ziele fürs nächste Quartal mit Messgröße, die Vereinbarungen mit Person und Datum, der Termin für das nächste QBR. Wie so eine Mail aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber Follow-up-Mail nach dem Meeting.

Intern aktualisierst du danach den Account-Plan und trägst die Zusagen als Aufgaben ein. Die Ziele aus diesem QBR sind die Grundlage für das nächste – wer sie in drei Monaten nicht mehr findet, beginnt wieder von vorn. Wie du Zusagen über das Quartal hinweg im Blick behältst, steht in Zusagen aus Kundengesprächen nachhalten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Stand der Angaben: 8. Oktober 2026.

Häufige Fragen
Was ist ein Quarterly Business Review?

Ein regelmäßiger Termin mit wichtigen Kund:innen, meist vierteljährlich, in dem gemeinsam geprüft wird, ob die Zusammenarbeit die Ziele des Kunden erreicht, und Schwerpunkte fürs nächste Quartal festgelegt werden.

Wie lange dauert ein QBR?

Meist 45 bis 60 Minuten. Die Vorbereitung beginnt etwa drei Wochen vorher, der eigentliche Aufwand liegt in der Aufarbeitung des Quartals.

Wer sollte beim QBR dabei sein?

Auf Kundenseite die tägliche Ansprechperson und jemand, der über Budget und Prioritäten entscheidet. Auf deiner Seite die betreuende Person und bei Bedarf deren Führungskraft – nicht mehr als drei pro Seite.

Darf man im QBR etwas verkaufen?

Eine Erweiterung kann am Ende Thema sein, wenn sie sich aus den Zielen des Kunden ergibt. Ein QBR, das als Verkaufstermin wahrgenommen wird, verliert aber schnell die Entscheider:innen.

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