Vertrieb & Kunden · 5 Min. Lesezeit

Kundentermin vorbereiten in 10 Minuten

Für einen Termin mit einem bestehenden Kunden reichen zehn Minuten Vorbereitung: drei für die Vorgeschichte, zwei für offene Zusagen beider Seiten, zwei für Ziel und drei Fragen, drei für Agenda, Technik und den ersten Satz. Unten findest du die Routine Schritt für Schritt und ein ausgefülltes Beispiel.

Aktualisiert am 8. Oktober 2026 · von Paul Hölzl & Ben Braunsperger
Auf einen Blick
  • Zuerst die letzte Notiz und die letzten Mails lesen – nicht das ganze Archiv.
  • Eigene offene Zusagen prüfen, bevor der Kunde danach fragt.
  • Ein Ziel in einem Satz und drei Fragen, die du sicher stellen willst.
  • Einen Einstiegssatz formulieren, der an das letzte Gespräch anknüpft.
  • Nach dem Termin so notieren, dass die nächste Vorbereitung wieder zehn Minuten dauert.

Warum zehn Minuten reichen – und wann nicht

Bei einem Kunden, den du kennst, musst du nicht recherchieren, wer er ist. Du musst dich erinnern: Was war zuletzt, was ist offen, was willst du heute erreichen? Das gelingt in zehn Minuten, wenn die Informationen an einem Ort liegen und du weißt, wonach du suchst.

Nicht reichen die zehn Minuten bei einem ersten Termin mit einem Neukunden, bei einer wichtigen Verhandlung oder bei einem Gespräch, in dem es um eine Kündigung oder eine größere Beschwerde geht. Dafür lohnt sich mehr Zeit – wie das aussieht, beschreibt der Ratgeber Verkaufsgespräch vorbereiten. Für Statustermine, Abstimmungen, Jahresgespräche mit Stammkunden und die meisten Telefonate ist die Kurzroutine genau richtig.

Die Routine auf einen Blick

Stell dir für die zehn Minuten einen Wecker und arbeite die Schritte in dieser Reihenfolge ab. Die Reihenfolge ist wichtig: Wer mit der Agenda beginnt, plant an der Vorgeschichte vorbei.

MinuteSchrittLeitfrage
0–3Vorgeschichte lesenWas ist beim letzten Kontakt passiert?
3–5Offene Zusagen prüfenWas haben wir versprochen, was der Kunde – und was davon ist erledigt?
5–7Ziel und drei FragenWas soll nach dem Termin anders sein?
7–9Agenda, Unterlagen, TechnikWas brauche ich im Termin griffbereit?
9–10EinstiegssatzWomit knüpfe ich an?

Bleiben vor einem Anruf nur drei Minuten, kürz die Routine auf das Wesentliche: letzte Notiz lesen, eigene offene Zusagen prüfen, ein Ziel für das Gespräch festlegen. Agenda und Einstiegssatz ergeben sich dann meist von selbst. Wichtig ist nur, dass du nicht ganz ohne Blick in die Vorgeschichte in ein Kundengespräch gehst – der Kunde merkt es an der ersten Frage.

Minute 0 bis 3: die Vorgeschichte

Lies nicht alles, was es zum Kunden gibt, sondern rückwärts: die letzte Gesprächsnotiz, die letzten zwei, drei Mails, eventuell das letzte Angebot. Meist reicht das, um den Faden wieder aufzunehmen. Achte dabei auf drei Dinge: was zuletzt besprochen wurde, wie die Stimmung war und ob sich seither etwas geändert hat – eine neue Ansprechperson, eine Reklamation, eine Rechnung, die offen ist.

Frag kurz im Team nach, ob jemand anderes seit deinem letzten Kontakt mit dem Kunden zu tun hatte. Nichts ist unangenehmer, als im Termin zu erfahren, dass der Kunde vor zwei Tagen mit deinem Kollegen über genau dieses Thema telefoniert hat.

Minute 3 bis 5: offene Zusagen beider Seiten

Zusagen sind die Stellen, an denen Vertrauen entsteht oder verloren geht. Schreib auf, was beim letzten Mal versprochen wurde, getrennt nach Seite, und hake ab, was erledigt ist.

Ist eine eigene Zusage offen, sprich sie im Termin von dir aus an, bevor der Kunde fragt: „Bevor wir starten: Die Auswertung, die ich Ihnen zugesagt hatte, kommt erst am Freitag – die Daten aus dem Lager haben länger gedauert.“ Das wirkt ganz anders als ein ertapptes „Ah ja, die Auswertung …“. Ist eine Zusage des Kunden offen, notier sie als Punkt für die Agenda, ohne Vorwurf: „Kurz zum Zugang fürs Portal – hat das geklappt?“

Wer Zusagen systematisch nachhalten will, statt sie vor jedem Termin zusammenzusuchen, findet ein Vorgehen im Ratgeber Zusagen aus Kundengesprächen nachhalten.

Minute 5 bis 7: ein Ziel und drei Fragen

Formuliere in einem Satz, was nach dem Termin anders sein soll. Nicht „Status besprechen“, sondern „Herr Steiner hat entschieden, ob die zweite Projektphase im Jänner (Januar) oder im März startet.“ Dann drei Fragen, die du auf jeden Fall stellen willst. Typische Beispiele je nach Anlass:

  • Statustermin: „Was läuft aus Ihrer Sicht gut, was hakt?“ – „Gibt es etwas, das sich bei Ihnen intern geändert hat?“ – „Was ist bis zum nächsten Termin das Wichtigste?“
  • Jahresgespräch: „Was waren für Sie die wichtigsten Momente in der Zusammenarbeit?“ – „Was steht bei Ihnen im nächsten Jahr an?“ – „Was sollten wir anders machen?“
  • Gespräch nach einem Problem: „Ist das Problem aus Ihrer Sicht vollständig gelöst?“ – „Was hätten Sie sich von uns anders gewünscht?“ – „Was brauchen Sie, um wieder Vertrauen zu haben?“

Minute 7 bis 10: Agenda, Technik und der erste Satz

Leg dir drei Agendapunkte zurecht, die du zu Beginn vorschlägst, und öffne die Unterlagen, die du brauchst – Angebot, Auswertung, Projektplan – in einem eigenen Fenster. Bei Online-Terminen: Link prüfen, Kopfhörer anschließen, nicht benötigte Fenster schließen.

Zum Schluss der Einstiegssatz. Er knüpft an das letzte Gespräch an und zeigt, dass du dich erinnerst: „Beim letzten Mal waren Sie gerade mitten im Umzug ins neue Lager – sind Sie inzwischen angekommen?“ Ein solcher Satz kostet dich zehn Sekunden Vorbereitung und setzt den Ton für die ganze Stunde.

Beispiel: der Spickzettel für einen Statustermin

So sieht das Ergebnis der zehn Minuten für einen Termin mit Herrn Steiner von der Steiner Logistik GmbH aus, die seit einem Jahr Kunde einer IT-Firma ist:

  • Termin: Mi., 15. 10., 14:00, Teams, 30 Min. · Herr Steiner (Geschäftsführung), Frau Gruber (Büroleitung)
  • Zuletzt (18. 9.): Umstellung der Lager-PCs abgeschlossen, Herr Steiner zufrieden; Thema Zugriff von unterwegs aufgekommen.
  • Seither: Ticket von Frau Gruber zu Druckerproblemen, am 2. 10. gelöst (Kollege Berger).
  • Unsere Zusage: Vorschlag für Fernzugriff bis Mitte Oktober – Entwurf fertig, heute zeigen.
  • Zusage Kunde: Liste der Mitarbeitenden, die von unterwegs arbeiten – fehlt noch.
  • Ziel: Entscheidung, ob Fernzugriff in Phase 2 (Jänner/Januar) kommt.
  • Drei Fragen: Wer braucht Fernzugriff wirklich? Ist das Druckerthema erledigt? Was steht bis Jahresende sonst an?
  • Einstieg: „Wie ist die erste Zeit mit den neuen Lager-PCs gelaufen?“

Nach dem Termin ergänzt du die Notiz um das Ergebnis und die neuen Zusagen – dann dauert die nächste Vorbereitung wieder nur zehn Minuten. Wie du dafür eine Kundenhistorie aufbaust, die alles an einem Ort hält, steht unter Kundenhistorie aufbauen.

Fehlt die Vorgeschichte, weil nie etwas notiert wurde, sag es ehrlich zu Beginn: „Ich möchte sichergehen, dass ich nichts übersehe – was ist aus Ihrer Sicht seit unserem letzten Gespräch offen?“ Das ist besser als Raten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Stand der Angaben: 8. Oktober 2026.

Häufige Fragen
Wie bereite ich einen Kundentermin schnell vor?

Lies die letzte Notiz und die letzten Mails, prüfe offene Zusagen beider Seiten, leg ein Ziel und drei Fragen fest und formuliere einen Einstiegssatz, der ans letzte Gespräch anknüpft.

Was gehört auf einen Spickzettel für den Kundentermin?

Termin und Teilnehmende, was zuletzt war, was seither passiert ist, offene Zusagen beider Seiten, das Ziel, drei Fragen und der Einstiegssatz – auf einer halben Seite.

Wann reichen zehn Minuten Vorbereitung nicht?

Bei Erstterminen mit Neukunden, wichtigen Verhandlungen, drohenden Kündigungen oder großen Beschwerden. Dafür lohnt sich eine ausführliche Vorbereitung.

Was mache ich, wenn ich die Vorgeschichte nicht kenne?

Kurz im Team nachfragen und den Kunden zu Beginn offen fragen, was aus seiner Sicht seit dem letzten Gespräch offen ist. Danach selbst so notieren, dass das nicht noch einmal passiert.

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