Wie die Schleife entsteht
Der Weg ist ein Kreis: Mikrofon, Verstärker, Lautsprecher, Raum – und wieder Mikrofon. Kommt bei einer bestimmten Tonhöhe auf diesem Weg mehr zurück, als hineingegangen ist, wird dieser Ton mit jeder Runde lauter. Weil eine Runde nur Millisekunden dauert, geht das sehr schnell: Aus einem leisen Klingeln wird innerhalb eines Augenblicks ein schrilles Pfeifen.
Welche Tonhöhe pfeift, hängt davon ab, wo Lautsprecher, Raum und Mikrofon zusammen am empfindlichsten sind. Oft ist es ein hoher Ton, manchmal ein tiefes Brummen. Benannt ist der Effekt nach dem dänischen Physiker Søren Absalon Larsen, deshalb heißt er auch Larsen-Effekt.
Entscheidend ist also nicht die absolute Lautstärke, sondern die Verstärkung der gesamten Schleife. Ein leiser Lautsprecher direkt neben einem empfindlichen Mikrofon kann eher pfeifen als eine laute Box am anderen Ende des Raums.
Rückkopplung im Online-Meeting
Bei Bühnen und Lautsprecheranlagen ist Rückkopplung ein Klassiker. Im Büro entsteht sie meist auf eine bestimmte Art: Zwei Geräte im selben Raum sind im selben Call, beide mit Lautsprecher und Mikrofon. Der Laptop der Kollegin spielt deine Stimme ab, dein Mikrofon nimmt sie auf, schickt sie in den Call, ihr Laptop spielt sie wieder ab – und so weiter.
Die Echounterdrückung kann hier nicht helfen, weil jedes Gerät nur seinen eigenen Lautsprecherton kennt, nicht den des Nachbargeräts. Typisch ist das in hybriden Meetings, wenn jemand im Besprechungsraum mit dem Konferenzsystem zusätzlich mit dem eigenen Laptop beitritt, etwa um Folien zu teilen. Die Lösung: pro Raum nur ein Gerät mit Ton. Alle anderen treten ohne Audio bei oder schalten Mikrofon und Lautsprecher stumm.
Auch ein Telefon, das sich im selben Raum per Einwahlnummer in den Call einwählt, kann eine solche Schleife auslösen.
Rückkopplung, Echo, Hall
Die drei Effekte werden oft verwechselt, klingen aber unterschiedlich und haben andere Ursachen:
| Effekt | Was passiert | Wie es klingt | Abhilfe |
|---|---|---|---|
| Rückkopplung | Schleife schaukelt sich auf | Pfeifen oder Heulen, das lauter wird | Lautstärke runter, Abstand, Gerät stummschalten |
| Echo | eigene Stimme kommt einmal verzögert zurück | „Ich höre mich doppelt“ | Headset, Lautsprecher leiser |
| Hall | Reflexionen im Raum | entfernt, wie in einer Halle | näher ans Mikrofon, Raum dämpfen |
Was dagegen hilft
Jede Maßnahme, die weniger Lautsprecherton ins Mikrofon bringt, schafft Reserve:
- Lautstärke reduzieren, am Lautsprecher und bei der Mikrofonverstärkung
- Mikrofon näher an die Person, weiter weg vom Lautsprecher
- Richtung nutzen: Lautsprecher in die unempfindliche Richtung eines gerichteten Mikrofons stellen (siehe Richtcharakteristik)
- Headset statt Lautsprecher, dann gibt es keine Schleife durch den Raum
- Feedback-Unterdrücker bei Beschallungsanlagen: schmale Filter, die genau die pfeifende Tonhöhe absenken
Sehr laute Rückkopplungen sind nicht nur lästig, sondern können auch Gehör und Lautsprecher belasten. Wenn es pfeift, zuerst stummschalten, dann die Ursache suchen. Für Aufnahmen gilt: Passagen, die von einem Pfeifton überlagert sind, lassen sich nachträglich kaum noch sauber transkribieren.
Beim Jour fixe sitzt das Team von Frau Huber im Besprechungsraum, verbunden über das Konferenzsystem an der Wand. Herr Berger kommt später dazu und tritt mit seinem Laptop dem Call bei, um eine Präsentation zu teilen. Sekunden später pfeift es im ganzen Raum.
Berger verlässt den Call und tritt erneut bei, diesmal ohne Audio. Seine Folien sind zu sehen, der Ton läuft weiter nur über das Konferenzsystem – das Pfeifen ist weg.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.