Bauformen
Headsets unterscheiden sich vor allem darin, wo das Mikrofon sitzt und ob ein oder beide Ohren bedeckt sind:
- Mit Mikrofonarm: Ein schwenkbarer Arm bringt das Mikrofon wenige Zentimeter vor den Mund. Das ist die Bauform mit der besten Sprachaufnahme.
- Mono-Headset: Nur ein Ohr ist bedeckt, das andere bleibt frei für die Umgebung – verbreitet in Büro und Kundenservice.
- Stereo-Headset: Beide Ohren sind bedeckt, angenehmer bei langen Calls und lauter Umgebung.
- In-Ear und kabellose Ohrhörer: Die Mikrofone sitzen im Gehäuse am Ohr, also weiter vom Mund entfernt. Sie gleichen das mit mehreren Mikrofonen und Signalverarbeitung aus, kommen bei Umgebungslärm aber schneller an Grenzen.
- Kabelmikrofon: Einfache Ohrhörer mit einem kleinen Mikrofon in der Kabelfernbedienung.
Kabel, USB oder Bluetooth
Analoge Headsets werden über einen 3,5-mm-Klinkenstecker angeschlossen, bei kombinierten Buchsen über einen vierpoligen Stecker. USB-Headsets bringen ihre eigene kleine Soundkarte mit und sind dadurch unabhängig von der Qualität des Computer-Anschlusses.
Bei Bluetooth gibt es eine Eigenheit, die viele überrascht: Sobald das Mikrofon aktiv ist, wechseln klassische Bluetooth-Kopfhörer in ein eigenes Profil für Telefonie. Dabei wird der Ton in beide Richtungen deutlich schmalbandiger übertragen – je nach Gerät mit 8 oder 16 kHz Abtastrate statt der Qualität, die man von Musik kennt. Das Gegenüber klingt dumpfer, und auch die eigene Stimme kommt weniger klar an. Der neuere Standard LE Audio verbessert das, setzt aber voraus, dass Headset und Computer ihn beide unterstützen. Dazu kommt bei Bluetooth etwas zusätzliche Latenz.
Warum ein Headset in Calls so viel ausmacht
Der wichtigste Grund ist der Abstand. Vereinfacht gilt: Bei doppeltem Abstand zum Mund kommt beim Mikrofon nur noch ein Viertel der Schallintensität an, der Pegel sinkt um etwa 6 dB. Ein Mikrofon wenige Zentimeter vor dem Mund hört deshalb vor allem dich und kaum den Raum, das Tippen oder die Kollegin am Nebentisch.
Der zweite Grund: Der Ton der Gegenseite geht direkt ins Ohr und nicht in den Raum. Die anderen hören kein Echo, und die Echounterdrückung muss nicht eingreifen und schneidet keine Silben ab. Für Aufnahmen bleibt die eigene Spur sauber, weil die Gegenseite nicht leise mitläuft. Und weil der Abstand konstant bleibt, schwankt die Lautstärke kaum – gute Voraussetzungen für ein genaues Transkript.
Worauf du achten kannst
Ein teures Modell ist für gute Sprachaufnahmen nicht nötig. Wichtiger sind ein paar Eigenschaften:
- Mikrofonarm für viele oder wichtige Calls
- Kabel oder USB für Aufnahmen, die transkribiert werden sollen
- Mikrofon mit Nieren-Richtcharakteristik, das vor allem von vorn aufnimmt
- Mithörton (Sidetone): Du hörst dich selbst leise mit und sprichst dadurch nicht unbewusst zu laut
- Tragekomfort: Ein Headset, das nach einer Stunde drückt, bleibt in der Schublade
Vertriebsmitarbeiter Gruber telefoniert mit kabellosen Ohrhörern. Die Kunden verstehen ihn im Großraumbüro schlecht, weil die Mikrofone auch die Gespräche am Nebentisch mitnehmen, und er selbst hört die Kunden auffallend dumpf.
Mit einem USB-Headset mit Mikrofonarm klingt er für die Gegenseite klarer, er versteht die Kunden besser, und im Transkript seiner Gespräche tauchen keine Satzfetzen der Kolleg:innen mehr auf.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.