Lexikon · KI & Technik

Was ist ein Copilot (KI-Assistent)?

Kurz erklärt

Ein Copilot ist ein KI-Assistent, der direkt in einem Programm sitzt und dich bei der Arbeit darin unterstützt – mit Vorschlägen, Entwürfen und Antworten zum gerade geöffneten Dokument. Die Entscheidung, was davon übernommen wird, bleibt bei dir.

Auch genannt: KI-Assistent · AI Copilot · eingebetteter KI-Assistent

Das Bild hinter dem Namen

Der Name ist bewusst aus der Luftfahrt geborgt: Der Kopilot unterstützt, übernimmt Teilaufgaben und hat die Instrumente im Blick – das Kommando hat aber die Kapitänin. Übertragen auf Software heißt das: Die KI schreibt mit, schlägt vor, fasst zusammen und erledigt Routinen, du lenkst und gibst frei.

Bekannt wurde der Begriff vor allem durch zwei Produkte: GitHub Copilot, das seit 2021 beim Programmieren Code vorschlägt, und Microsoft Copilot, unter dem Microsoft seine KI-Funktionen in Windows, Office und Teams bündelt. Inzwischen wird „Copilot“ auch als Gattungsbegriff verwendet – für jeden KI-Assistenten, der in eine bestehende Anwendung eingebaut ist.

Was einen Copilot von einem Chat-Fenster unterscheidet

Ein allgemeiner Chatbot weiß nur, was du ihm schreibst oder hochlädst. Ein Copilot hat dagegen Zugriff auf den Arbeitskontext: das Dokument, das gerade offen ist, die Tabelle, die markierte Mail, das laufende Meeting. Du musst nichts hineinkopieren – „Fass die letzten fünf Absätze kürzer“ genügt, weil der Assistent sieht, worum es geht.

Dahinter steckt meist ein Large Language Model, dem die Anwendung die passenden Ausschnitte deiner Daten mitgibt. Wie viel der Copilot sehen darf, regeln die Berechtigungen des jeweiligen Programms – er sieht in der Regel genau das, worauf auch du zugreifen kannst.

Typische Aufgaben im Büroalltag

Wo Copiloten heute eingebaut sind, übernehmen sie ähnliche Aufgaben:

  • Schreiben: Entwürfe für Mails, Berichte oder Angebote, Umformulieren in einen anderen Ton
  • Zusammenfassen: lange Mail-Verläufe, Dokumente oder Besprechungen auf das Wesentliche kürzen
  • Auswerten: Tabellen nach Auffälligkeiten durchsuchen, Formeln vorschlagen
  • Programmieren: Code vervollständigen, Fehler erklären, Tests vorschlagen

Allen gemeinsam: Das Ergebnis ist ein Vorschlag. Er kann sachlich falsch sein oder eine Halluzination enthalten, und je wichtiger der Text, desto genauer lohnt das Gegenlesen.

Copilot und KI-Agent

Der Unterschied liegt in der Rollenverteilung. Ein Copilot reagiert auf dich und bleibt im Programm, in dem du gerade arbeitest. Ein KI-Agent bekommt ein Ziel und arbeitet es in mehreren Schritten selbst ab, oft über mehrere Programme hinweg.

In der Praxis verschwimmt das: Viele Copiloten können inzwischen auch kleine Abläufe selbst ausführen, etwa einen Termin vorschlagen und eintragen. Hilfreich ist die Frage: Wer drückt am Ende auf „Senden“? Wenn du das bist, arbeitest du mit einem Copilot.

Worauf Unternehmen achten sollten

Weil ein Copilot mit echten Arbeitsdaten arbeitet, sind die Fragen dieselben wie bei jedem Cloud-Dienst: Wo werden die Daten verarbeitet, werden sie zum Training genutzt, wer im Unternehmen sieht was? Besonders heikel sind zu weit gefasste Berechtigungen – ein Copilot, der alle Ordner eines Unternehmens durchsuchen darf, findet auch Dinge, die nie für alle gedacht waren.

Seit der KI-Verordnung der EU kommt außerdem die Pflicht dazu, dass Mitarbeitende, die KI-Systeme einsetzen, ausreichend damit umgehen können. Eine kurze interne Richtlinie, wofür der Copilot genutzt werden darf und wofür nicht, ist ein guter Anfang.

Beispiel
Ein Copilot im Tabellenprogramm

Lukas Berger aus dem Controlling öffnet die Umsatzliste des dritten Quartals und fragt den eingebauten Assistenten: „Welche Kunden haben gegenüber dem Vorquartal am stärksten verloren?“

Der Copilot sortiert die Liste, schlägt eine Hilfsspalte mit der Veränderung vor und nennt die drei auffälligsten Kunden. Lukas prüft die Formel, übernimmt die Spalte und schreibt den Kommentar für die Geschäftsführung selbst.

Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen
Ist Copilot dasselbe wie Microsoft Copilot?

Nein. Microsoft Copilot ist ein Produktname. Als Gattungsbegriff bezeichnet „Copilot“ jeden KI-Assistenten, der in eine Anwendung eingebaut ist und dort beim Arbeiten unterstützt.

Was ist der Unterschied zwischen Copilot und ChatGPT?

ChatGPT ist ein eigenständiger Chat-Assistent, dem du Inhalte schicken musst. Ein Copilot sitzt in einem Programm und sieht den Arbeitskontext dort direkt – etwa das offene Dokument.

Lernt ein Copilot aus meinen Dokumenten?

Das hängt vom Anbieter und Vertrag ab. Bei Business-Angeboten schließen viele Anbieter das Training mit Kundendaten vertraglich aus – nachlesen lohnt sich.

Kann ein Copilot Fehler machen?

Ja. Er schlägt vor, was wahrscheinlich passt, und kann dabei falsch liegen. Zahlen, Namen und Zusagen solltest du vor dem Weitergeben prüfen.

Dein nächster Call
schreibt sich selbst mit.

7 Tage alles aus Pro gratis – ohne Kreditkarte.

Jetzt kostenlos testen