Lexikon · KI & Technik

Was bedeutet Open Source?

Kurz erklärt

Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und unter einer Lizenz steht, die jedem erlaubt, ihn zu nutzen, zu verändern und weiterzugeben – auch kommerziell. „Kostenlos“ allein macht eine Software noch nicht zu Open Source.

Auch genannt: quelloffene Software · OSS · freie Software (ähnlich)

Quellcode zum Mitlesen – und mehr

Jedes Programm wird in einer Programmiersprache geschrieben, dem Quellcode, und dann in eine Form übersetzt, die der Computer ausführt. Bei herkömmlicher Software bekommst du nur das fertige Programm; was darin passiert, bleibt verborgen. Bei Open-Source-Software ist der Quellcode einsehbar, meist auf Plattformen wie GitHub oder GitLab.

Einsehbar allein reicht aber nicht. Was als Open Source gilt, legt die Open Source Initiative (OSI) in ihrer Open Source Definition fest. Sie verlangt unter anderem, dass die Software frei weitergegeben werden darf, dass Veränderungen und abgeleitete Werke erlaubt sind und dass die Lizenz niemanden diskriminiert – weder Personen noch Einsatzbereiche. Eine Lizenz, die etwa die kommerzielle Nutzung verbietet, ist nach dieser Definition nicht Open Source.

Die zwei großen Lizenzfamilien

Open-Source-Lizenzen unterscheiden sich vor allem darin, was passiert, wenn jemand den Code weiterverwendet:

Freizügige LizenzenCopyleft-Lizenzen
Bekannte BeispieleMIT, Apache 2.0, BSDGPL, AGPL
GrundregelCode darf auch in geschlossene Produkte einfließenWeiterentwicklungen müssen unter derselben Lizenz offen bleiben
Pflichtenvor allem Urheber- und Lizenzhinweis mitliefernQuellcode der Änderungen bei Weitergabe offenlegen

Für Unternehmen, die Open-Source-Bausteine in eigene Produkte einbauen, ist dieser Unterschied wichtig. Bei Copyleft-Lizenzen lohnt sich eine genaue Prüfung, bevor Code in ein verkauftes Produkt wandert.

Open Source ist nicht Freeware

Freeware ist kostenlos, aber der Code bleibt geheim und darf nicht verändert werden. Open Source kann umgekehrt Geld kosten – etwa wenn eine Firma Support, Hosting oder Zusatzfunktionen verkauft. Viele Unternehmen verdienen genau damit ihr Geld: Die Software ist offen, der Betrieb als SaaS oder die Wartung kosten.

Der verwandte Begriff freie Software stammt aus der Free-Software-Bewegung und betont die Freiheit der Nutzenden mehr als den praktischen Nutzen offener Entwicklung. In der Praxis erfüllen die meisten Programme beide Definitionen.

Für Unternehmen ist bei Open Source weniger der Preis entscheidend als die Frage nach Pflege und Verantwortung: Wer spielt Sicherheitsupdates ein, wer hilft bei Problemen? Bei großen Projekten mit aktiver Gemeinschaft oder kommerziellem Support ist das gut geregelt, bei kleinen Hobbyprojekten nicht immer.

Open-Source-KI: was „offen“ bei Modellen heißt

Bei KI-Modellen wird „Open Source“ oft ungenau verwendet. Viele als offen bezeichnete Modelle veröffentlichen nur ihre Gewichte – also das fertig trainierte Modell –, nicht aber die Trainingsdaten oder den vollständigen Trainingsprozess. Dafür hat sich der Begriff Open Weights eingebürgert. Manche dieser Modelle haben zudem Lizenzen mit Nutzungsbeschränkungen und wären nach der klassischen Definition gar nicht Open Source.

Die OSI hat dafür eine eigene Definition für Open-Source-KI vorgelegt. Für dich als Nutzer zählt vor allem die Praxis: Offene Gewichte ermöglichen es, ein Modell als lokale KI auf eigener Hardware zu betreiben. Ein bekanntes Beispiel aus der Spracherkennung ist Whisper von OpenAI, dessen Code und Modelle unter der MIT-Lizenz veröffentlicht wurden.

Beispiel
Open Source im Büroalltag

Im Büro von Thomas Berger laufen mehr offene Programme, als er denkt: der Browser Firefox, das Office-Paket LibreOffice, das Videokonferenz-Tool Jitsi Meet für interne Abstimmungen.

Als seine IT-Betreuerin ein internes Werkzeug auf Basis eines GPL-lizenzierten Programms baut, achtet sie darauf, dass die Änderungen bei einer Weitergabe an Kunden offengelegt werden müssten – solange das Werkzeug nur intern läuft, ist das kein Thema.

Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen
Ist Open-Source-Software immer kostenlos?

Die Software selbst darf meist kostenlos genutzt werden. Geld verlangen Anbieter oft für Support, Hosting oder Zusatzfunktionen – das widerspricht Open Source nicht.

Ist Open Source sicherer als geschlossene Software?

Nicht automatisch. Offener Code kann von vielen geprüft werden, aber nur, wenn das auch tatsächlich jemand tut. Entscheidend sind aktive Pflege und schnelle Updates.

Was ist der Unterschied zwischen Open Source und Open Weights?

Open Weights heißt, dass ein KI-Modell zum Herunterladen veröffentlicht wird. Trainingsdaten und Trainingscode bleiben dabei oft geheim, und die Lizenz kann die Nutzung einschränken.

Darf ich Open-Source-Software in meiner Firma einsetzen?

In aller Regel ja, auch kommerziell. Pflichten entstehen meist erst, wenn du die Software veränderst und weitergibst – dann gelten die Bedingungen der jeweiligen Lizenz.

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