Ein Wort, mehrere Bedeutungen
Wörtlich ist ein Connector ein Verbinder – in der Elektrotechnik etwa ein Stecker. In der Software meint man damit eine vorgefertigte Verbindung zu einem bestimmten System, die man einrichten kann, ohne selbst programmieren zu müssen.
Lange war der Begriff vor allem in der Datenintegration üblich: Automatisierungs- und Integrationsplattformen bieten Connectors für Buchhaltung, Online-Shops oder Ticketsysteme an, mit denen sich Daten zwischen Programmen hin- und herschieben lassen. Seit KI-Assistenten auf externe Daten zugreifen können, hat das Wort eine zweite, sehr präsente Bedeutung bekommen.
Connectors bei KI-Assistenten
In Claude ist ein Connector eine eingerichtete Verbindung zu einem Dienst, über die Claude Informationen abrufen oder Aktionen ausführen kann – etwa Dateien in einem Cloud-Speicher lesen, Termine nachschlagen oder Meetings durchsuchen. Technisch steckt dahinter meist ein Server nach dem Model Context Protocol.
Es gibt zwei Wege: Vorgefertigte Connectors bekannter Dienste werden aus einem Verzeichnis ausgewählt und per Anmeldung freigeschaltet. Benutzerdefinierte Connectors richtest du ein, indem du die Server-Adresse eines Anbieters einfügst. Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Im Chat wird ein Connector dann bei Bedarf aktiviert, und Claude entscheidet selbst, wann es ihn für eine Frage braucht.
Was ein Connector darf
Nicht jeder Connector kann dasselbe. Manche lesen nur, andere können auch schreiben, versenden oder löschen. Wie weit der Zugriff reicht, bestimmen zwei Dinge: welche Funktionen der Anbieter in seinem Server anbietet, und welche Rechte du bei der Anmeldung freigibst – häufig über OAuth, bei manchen Diensten über einen persönlichen Link.
Gute Anwendungen zeigen dir an, wenn ein Connector verwendet wird, und fragen vor heiklen Aktionen nach. Trotzdem gilt: Ein Connector ist so vertraulich wie die Daten, auf die er zugreift. Wer ihn einrichtet, gibt der KI-Anwendung im Rahmen der freigegebenen Rechte Zugriff auf diese Daten.
Checkliste vor dem Verbinden
Bevor du einen Connector einrichtest, lohnen sich diese Fragen – im Team am besten als feste Regel:
- Ist der Anbieter vertrauenswürdig, und würdest du ihm die Daten auch ohne KI anvertrauen?
- Welche Daten werden zugänglich – alles im Konto oder nur ein Teil?
- Darf der Connector nur lesen oder auch ändern, senden, löschen?
- Wie lässt sich der Zugriff widerrufen, und wer kann das im Team?
- Wo werden die Daten verarbeitet, und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
- Erlaubt eure interne KI-Richtlinie diese Verbindung?
Connector, API und Integration
Die Begriffe liegen nah beieinander. Eine API ist die technische Schnittstelle eines Dienstes. Eine Integration ist allgemein jede Verbindung zweier Systeme, oft mit dauerhaftem Datenabgleich in beide Richtungen. Ein Connector ist das fertig verpackte Verbindungsstück, das du ohne Programmierung einrichtest – bei KI-Assistenten typischerweise so, dass das Modell die Verbindung bei Bedarf selbst nutzt, statt dass Daten ständig synchronisiert werden.
Freelancerin Huber hat in Claude zwei Connectors eingerichtet: einen zu ihrem Meeting-Archiv und einen zu ihrem Cloud-Speicher mit Angeboten.
Sie fragt: „Was wollte Herr Berger im letzten Call geändert haben, und passt das noch zum Angebot im Ordner Berger?“ Claude sucht im Meeting-Archiv die Zusammenfassung des Calls, öffnet das Angebot im Cloud-Speicher und listet zwei Wünsche, die im Angebot noch fehlen – mit Verweis auf beide Quellen.
Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.